Du kommst nicht klar? 8 Tipps, die Anatomie lernen vereinfachen

Anatomie lernen

Anatomie lernen ist zum Verzweifeln? Muss es nicht sein.

Am Anatomie lernen kommt man im Medizinstudium einfach nicht vorbei. Leider ist das Anatomie lernen vor allem am Anfang eine riesige Herausforderung: lateinische Fachbegriffe, etliche Details und unglaublich viel auf einmal.

Zum Glück gibt es einige Lernmethoden, Online-Tools und Apps, die dir das Anatomie lernen erleichtern können.

In diesem Artikel erfährst du die besten Tipps, um erfolgreich Anatomie zu lernen:!

Wie lerne ich am besten Anatomie?

1. Strukturieren

Einfach drauf los zu lernen ist bei Anatomie (so wie auch in allen anderen Fächern und Themenbereichen) keine so schlaue Idee. Warum? Weil du erstens kein Ziel hast und zweitens einige Bereiche doppelt und dreifach lernst, während du andere total übersiehst.

Strukturiere also die Anatomie. Erstmal grob in: Obere Extremität, untere Extremität, Rumpf, Kopf Hals.

Dann kannst du noch weiter aufteilen in Nerven, Gefäße, Muskeln, Bänder,…

Und weiter kannst du noch in Muskellogen unterteilen, also Beispielsweise am Unterarm in Extensoren- und Flexorenloge.

Das hat den Vorteil, dass du über die Funktion gar nicht mehr lange nachdenken musst, und alle Muskeln, die die gleiche bzw. ähnliche Funktionen haben, direkt im Zusammenhang lernst.

Es empfiehlt sich: Vom groben ins feine. Angefangen mit den Muskeln. Wenn das einigermaßen sitzt, kommen Innervierung und Gefäße hinzu.

Übrigens:
Muskeln lernt man immer inklusive Ansatz, Ursprung und Innervation.

2. Terminplanung

Und wann lerne ich jetzt was?
Am besten schon mal nicht alles auf den letzten Drücker vor der Prüfung, sondern in kleinen Häppchen über das Semester verteilt.

Wenn du während des Semesters Testate schreiben musst, sind die ein guter Orientierungspunkt. Zu dem jeweiligen Testattermin muss eben auch der entsprechende Stoff sitzen.

Wenn du keine Testate schreibst bzw. keine genaue Vorgabe hast, wann du was lernen sollst, musst du ein bisschen selber planen.

  • Wann ist deine Prüfung, zu der du die Anatomie können musst?
  • Welche anatomischen Strukturen werden abgefragt? „Nur“ das Muskuloskelettale System, oder auch Organanatomie?
  • Wie viele Tage bleiben dir bis zur Prüfung?
  • Wie groß ist der Lernumfang?
  • Und als letztes: Den Lernumfang durch dir verbeleibenden Tage teilen und schon hast du deine tägliche Lernportion.

Tipp:
Denk daran, freie Tage und Wiederholungsphasen mit einzuplanen.
Wenn du Wochenenden freihalten möchtest, musst du die von deinen Lerntagen abziehen.
Pausen sind wichtig! Gut erholt kannst du viel produktiver und konzentrierter lernen.

3. Lernhilfen und Bücher

Du kannst dir natürlich alle Informationen selber zusammen sammeln, ist dann aber relativ aufwendig.

Zum Glück bist du nicht der/die Erste, die Anatomie lernen muss, daher gibt es eine Vielzahl an Lernmaterialien, die du dir kaufen oder aus der Bibliothek ausleihen kannst.

Welche da für dich am besten funktionieren? Das kann ich dir leider nicht sagen, denn das ist wie immer beim Lernen sehr individuell.

Früher oder später stellt sich dann die Frage: Sobotta oder Prometheus? Die Informationen bekommst du bei beiden, die Illustrationen sind lediglich etwas anders.

Häufig ist an einer Universitäten eins der beiden als „Standardwerk“ angesehen. Falls du dich also selber nicht entscheiden kannst, kannst du dich daran orientieren.

Tipp:
Das „Standardwerk“ deiner Uni erkennst du daran, aus welchem der beiden häufiger Abbildungen in Vorlesung- und Seminarfolien auftauchen.

Mein Favorit:

Lernkarten (Sobotta*oder Prometheus*). Ich selbst benutze die von Sobotta. Wie ich damit genau lerne, erfährst du weiter unten.
Lernkarten haben den großen Vorteil, dass sie einem das bereits erwähnte Strukturieren abnehmen. Es gibt ein Inhaltsverzeichnis, du kannst die Karten in entsprechender Reihenfolge abarbeiten und darauf vertrauen, alle Informationen zu erhalten, die du brauchst.

4. Anatomie lernen mit Karteikarten

Anatomie lässt sich super mit Karteikarten und Spaced Repetition lernen

Spaced Repitition ist immer eine gute Idee. Anatomie eignet sich hierfür aber ganz besonders: Viele kleine friemelige Begriffe, die langfristig im Gedächtnis bleiben sollen.

Spaced repitition bedeutet im Prinzip einfach, dass du die Lerninhalte regelmäßig, in immer größer werdenden Abständen wiedergholst.

Beispiel: Du lernst heute die Lernkarte zur Extensorenloge des Unterarms. Morgen wiederholst du das Ganze. Die nächste Wiederholung kommt dann drei Tage später, dann eine Woche später, dann zwei Wochen später … (Ich glaube, das Prinzip ist klar.)

Dadurch wird verhindert, dass du mit der Zeit das einmal gelernte wieder vergisst.

Online Karteikarten Programme wie Anki haben dabei den Vorteil, dass der Algorithmus für dich die Abstände zwischen den einzelnen Wiederholungen festlegt.

Besonders hilfreich für Anatomie ist in Anki die Funktion ‚Image occlusion‚. Hierbei kannst du ein Foto hochladen und dann einzelne Bereiche durch Kästchen abdecken.

Und damit kommen wir auch zu dem Punkt, wie ich genau mit meinen Lernkarten und Anki lerne.

Lernkarten sind super und ich bin vollkommen von dem Konzept überzeugt. Wenn ich allerdings eine Karte vor mir habe, beispielsweise vom Kniegelenk, auf dem ich dann 17 Strukturen auf einmal benennen soll, ist mir das einfach zu viel. Ich brauche eins nach dem anderen. Also eine Frage und eine Antwort zur Zeit.

Also mache ich ein Foto von der Karte. Lade das Bild bei Anki hoch, füge eine Überschrift hinzu und überdecke dann jede einzelne Bezeichnung mit einem Kästchen.

Zuletzt klicke ich auf ‚Hide all, guess one‚ und habe somit in wenigen Sekunden 17 Karteikarten erstellt.

Durch die Mischung von Anki und den Lernkarten habe ich professionelle Abbildungen, muss die Lernkarten selbst nicht mit mir herumschleppen und kann Stück für Stück durch Spaced-Repitition die einzelnen Strukturen lernen.

5. Anatomie kreativ lernen

Um beim Lernen nicht die Motivation zu verlieren, kannst du Kreativität und Anatomie verbinden.

Anatomie lernen durch Malen

Warum denn immer fertige Abbildungen verwenden, anstatt selbst mal den Stift in die Hand zu nehmen?!

So funktioniert’s:

  1. Den zu lernenden Bereich (z.B. Skapula) aus dem Gedächtnis aufzeichnen.
  2. Atlas aufschlagen und vergleichen: Finde die Fehler!
  3. Deine Zeichnung ausbessern, bis alles anatomisch korrekt ist.

Vorteile:

  • Durch das Malen ist dein Gehirn maximal gefordert, alles aufzurufen, was so in den Nervenzellen zu finden ist. Das ist super: Je mehr du gefordert bist, desto größer dein Lernerfolg.
  • Du bringst die einzelnen Begriffe endlich mal in einen Zusammenhang und betrachtest die einzelnen Strukturen als die Einheit, die sie letztendlich ja auch sind.
  • Du lernst aus deinen Fehlern und bekommst ein direktes Feedback, wo deine Schwächen liegen und was schon gut sitzt.

Nachteile:

Diese Methode eignet sich erst dann, wenn du schon ein bisschen fortsgeschritten bist. d.h. du musst im Vorhinein schon ein bisschen Zeit ins auswendig lernen investiert haben, damit du überhaupt anfangen kannst. Wenn du das aber bereits getan hast: go for it und einfach mal ausprobieren!

Anatomie lernen durch Beschriften

Zugegeben: Strukturen zu benennen ist kein sonderlich ausgefallener Einfall, aber es geht hier um das Beschriften. Also nicht bloß benennen, indem du dir eine Lernkarte anschaust und überlegst, nach welcher Struktur hier gefragt ist.
Sondern: Mit Stift und Papier aufschreiben!

Warum? Beim mündlichen bzw. gedanklichem Aufsagen neigt man recht schnell dazu ein bisschen ungenau zu sein. In welcher Reihenfolge die einzelnen Worte kommen und vor allem: Wie die vollständige Endung heißt.

Wenn du die Worte aufschreibst, ist alles konkreter, denn du musst dich für eine Endung entscheiden und kannst die nicht einfach so wegnuscheln oder übergehen.

Hierfür kannst du natürlich zum einen deine selbst angefertigten Zeichnung verwenden. Falls dich das mit dem Malen nicht so überzeugt hat, gibt es auf Kenhub kostenlose Arbeitblätter zum Herunterladen.

Anatomie lernen durch Eselsbrücken

Eselsbrücken sind dann hilfreich, wenn ein Begriff so gar nicht im Kopf hängen bleiben will.

So funktioniert’s:

Du bildest aus den lateinischen Begriffen kleine Szenen aus Klangbildern und Assoziationen. Besonders einprägsam werden die Szenen, wenn du sie emotionale auflädst, also besonders lustig, brutal, pervers oder absurd gestaltest.

Beispiel: Processus coracoideus

Du stellst dir also vor, wie bei einem Prozess vor Gericht Cora (eine Freundin von dir) die entscheiden Idee hat, wie die Unschuld des/der Angeklagten bewiesen werden kann.

Diese Bild erbgibt für dich vielleicht überhaupt keinen Sinn. Ist aber egal, denn für mich ergibt es Sinn. Und das ist für meinen Lernerfolg die Hauptsache. Du hast wahrscheinlich ganz andere Assoziationen, also Zeit dein eigenes Bild zu basteln.

Vorteile:

Bilder prägen sich extrem gut ein. Viel besser als einzelne Fakten und Begriffe.

Nachteile:

Sich Assoziationen und Bilder auszudenken dauert relativ lange. Mit etwas Übung wird es dir immer leichter fallen, trotzdem lohnt sich diese Methode nur für die richtig schweren Fälle, die du dir einfach überhaupt nicht merken kannst.

Übrigens:
Bei Meditricks gibt es schon fertige Eselsbrücken. Der Zugang ist allerdings kostenpflichtig.

6. Anatomie lernen online

Einige Online-Tools wurden bereits erwähnt, hier nochmal eine Übersicht über die wichtigsten Websites, um Anatomie online zu lernen.

Daneben gibt es aber natürlich auch den klassischen Prometheus Anatomieatlas als E-Book*.

7. Ablenkung vermeiden

Du wirst definitiv einige Stunden, Tage und Wochen in das Anatomie lernen investieren müssen. Die Zeit wird allerdings noch länger, wenn du dich ablenken lässt. Mal hier auf Handy geschaut, mal dort mit dem Nachbarn unterhalten.

Du verbringst zwar zwei Stunden in der Bibliothek, effektiv Lernen tust du aber nur in 20 Minuten.

Also: Ablenkungen eliminieren, konzentrieren, effektiv durchziehen und danach dann eine richtige Pause gönnen, anstatt die ganze Zeit nur halbherzig dabei zu sein.

8. Nicht aufgeben

Ja, Anatomie ist viel und ganz schön überwältigend. Immer dran denken: Du bist nicht allein! Die anderen struggeln genau so wie du.

Aber: Es wird leichter. Je mehr du kannst, und je mehr du weißt, desto leichter wird es fallen, neue Begriffe und Strukturen dazuzulernen. Dran bleiben, du schaffst das!

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Jetzt kannst du erfolgreich Anatomie lernen!

Wie lernst du am besten Anatomie?
Teile den Beitrag gerne mit jemanden, der Hilfe beim Anatomie lernen gebrauchen kann! 🙂

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