Warum Pendeln zur Uni keine verschwendete Zeit sein muss

Warum Pendeln zur Uni keine verschwendete Zeit sein muss

Für viele Studierende ist das Studium mit langen Fahrtwegen verbunden.
Und Egal ob freiwillig oder gezwungenermaßen: Pendeln zur Uni kostet Zeit. Nach einem langen Uni Tag ist dann also nicht mehr viel vom Tag übrig, Freizeitbeschäftigungen und Freunde kommen demnach zu kurz.

Wann man nun von Pendeln sprechen kann, ist eine Frage der Perspektive und demnach nicht genau definiert…

In Berlin kann man gut 1 1/2 Stunden mit Bus und Bahn unterwegs sein, um in einen anderen Bezirk zu kommen. Aber ist das dann schon pendeln?
Andererseits kommt man in ca. 50 Minuten auch mit der S-Bahn von Hamburg nach Bremen.
Und das ist doch eindeutig eine Pendelstrecke, oder?!

Also egal, ob du Stadtgrenzen überquerst, 30 Minuten oder 2 Stunden für deinen Weg zur Uni brauchst.
Hier ein paar Tipps, wie du deine Fahrtzeiten effektiv nutzen kannst, damit du mehr von deinem Tag und deiner Freizeit hast und deine Learn-Life-Balance im Gleichgewicht bleibt.

Denn Pendeln muss keine verlorenen Zeit sein.

Warum zur Uni pendeln?

Warum Studierende zur Uni pendeln hat verschiedenste Gründe.

Was für einige eine Qual ist, ist für andere selbstgewählter Alltag. Denn es gibt auch Studierende, die freiwillig täglich mehrere Stunden Fahrtweg zur Uni aufsichnehmen. 

  1. Wohnungsknappheit
    Grund Nummer eins, fürs Pendeln zur Uni ist wohl die Wohnungskanppheit.
    Keine Wohnungen oder WG-Zimmer finden und wenn doch, dann nur mit gigantischen Mieten. Das ist mittlerweile nicht nur in beliebten Großstädten wie München, Hamburg und Berlin so, sondern auch in jeder Universitätsstadt.
    Da bleibt vielen nichts anderes übrig, als in einen äußeren bzw. weit von der Uni gelegenen Stadtbezirk zu ziehen, oder doch noch ein wenig länger im etwas entfernteren Kinderzimmer in der Heimatstadt zu bleiben.
  2. Freunde und Familie
    Neue Wohnung, neue Stadt und noch kein soziales Netzwerk Vorort. Das ist für viele überfordernd und angsteinflößend. Dann doch lieber ein paar Kilometer mehr fahren, um nicht auf die Sicherheit und Geborgenheit von Zuhause verzichten zu müssen.
  3. Ab ins Grüne
    Das Leben im Stadtzentrum und in Mitten des Trubels, der damit verbunden ist, gefällt nicht jedem. Manchmal ziehen einen dann aber doch Zulassungsquoten oder bestimmte Studiengänge in Städte, die man eigentlich nicht ganz so super findet. Eine ruhig gelegene Wohnung mit ein bisschen mehr Grün drumherum, klingt schon viel besser, heißt aber oftmals eben auch einen längeren Weg zur Uni.

Im Spiegel gibt es auch einen Artikel mit Gründen fürs Pendeln zur Uni: Zur Uni pendeln: Studenten erzählen, warum sie das machen.

Pendeln zur Uni – Mehr vom Tag haben

Fahrtzeiten vermeiden

Um wenig Zeit mit Fahrtwegen zu verbringen, und dementsprechend mehr vom Tag zu haben, ist natürlich der beste Weg: Fahrzeiten zu vermeiden.

Das geht natürlich nicht immer und benötigt vor allem auch ein wenig Vorbereitung.

  1. Stundenplan
    Jeden Tag zur Uni, teilweise nur für wenige Stunden bzw. mit total viel Leerlauf. Das du mehr Zeit mit Fahren verbringst, wenn du für jede Veranstaltung einzelne anreist, anstatt alle hintereinander zu besuchen, ist offensichtlich.
    Versuche also schon bei deiner Stundenplanung nach Möglichkeit, Veranstaltungen so zu wählen, dass sie geblockt stattfinden. Vielleicht entsteht dadurch sogar mal ein Tag, an dem du gar nicht zur Uni fahren musst.
  2. Tag durchplanen
    Je besser du geplant hast, desto effizienter kannst du jede freie Minute nutzen.
    Wann bist du wo und was machst du da?
    Verabrede dich beispielsweise auch mit FreundInnen und KommilitonInnen auf dem Campus (z.B. in der Mittagspause in der Mensa). So vernachlässigst du nicht deine sozialen Kontakte, hast aber auch keinen zusätzlichen Fahrtweg.

Pendeln zur Uni – 7 Tipps, um unterwegs produktiv zu sein

Fahrtzeiten lassen sich nicht immer vermeiden bzw. das Leben am Campus vor Ort gehört für die meisten zum Studium dazu und ist nichts, dass man extra kurz halten möchte

Dann bleibt also als zweite Möglichkeit: Die Fahrzeiten, die du mit Pendeln zur Uni verbringst effektiv nutzen, damit du in der übrigen Zeit noch deinen Freizeitbeschäftigungen nachgehen kannst.

1. Plane deine Aufgaben im Voraus

Auch um m deine Fahrtzeit nutzen zu können, musst du ein bisschen Zeit in die Vorbereitung investieren. 
Es ist eine Investition, die sich lohnt.

Überlege dir, bevor du losfährst, was du erledigen möchtest.

Versuche dafür abzuschätzen, wie lange du für die einzelnen Aufgaben brauchst, damit du dir nicht zu viel vornimmst, aber auch nicht zu wenig, damit du auch wirklich die gesamte Zeit nutzen kannst.

  1. Welche Aufgaben möchtest du erledigen?
  2. Wie lange brauchst du für die Aufgaben jeweils? 

Tipp:
Auch schlafen kann so eine Aufgabe sein. Wenn du wegen des Pendelns zur Uni sehr früh aufstehen musst, kannst du ein wenig Schlaf auf dem ffdf86Weg nachholen.

2. Schreibe eine Packliste

Je nach dem, was du erledigen möchtest, brauchst du dafür auch unterschiedliche Materialen. 

Einen schweren Rucksack mit dir rumschleppen zu müssen ist anstrengend, nervt und macht das Pendeln nicht gerade angenehmer. Also nimm auch wirklich nur das mit, was du brauchst.

…und damit sind wir eigentlich auch schon wieder beim Punkt Gute Planung. 

Du musst dir nicht tatsächlich eine Packliste schreiben, wenn dir das zu übertrieben vorkommt. Aber überlege dir trotzdem gut, was in den Rucksack kommt und was eben nicht.

  • Was brauchst du für die Aufgaben, die du unterwegs erledigen möchtest?
  • Was brauchst du für die Veranstaltungen an der Uni?

Tipp:
Um möglichst wenig mit dir rumschleppen zu müssen, überleg dir was du mit den Materialen erledigen kannst, die du sowieso schon für die Uni-Veranstaltungen mitnehmen musst.
Eine super Möglichkeit ist zum Beispiel auf dem Handy digitale Karteikarten lernen, oder E-Mails zu beantworten. Dein Handy hast du schließlich eh immer dabei.

3. Checke deine Möglichkeiten

Welche Möglichkeiten hast du unterwegs überhaupt?

Das ist natürlich individuell, denn es hängt von deinem Verkehrsmittel ab.

In einem Zug hast du Steckdosen und möglicherweise sogar einen Tisch zur Verfügung. Am Laptop etwas zu schreiben ist also kein Problem.
Im Bus oder in der U-Bahn sieht das schon anders aus. Mit etwas Glück kannst du im Bus noch dein Handy laden, aber einen Tisch wirst du wohl kaum finden. Aufgaben am Laptop oder bei denen du viel in Büchern blättern musst, eignen sich also eher weniger.

4. Plane deine Reiseroute

Der kürzeste Weg ist nicht immer der beste.

Route A ist zwar 15 Minuten schneller, dafür musst du aber drei mal Umsteigen, bei Route B nur einmal.
Wenn du im Zug arbeiten möchtest, ist das wenige Umsteigen, möglicherweise die bessere Option, da du nicht immer wieder ein und auspacken musst, sondern länger sitzen bleiben kannst und somit unter Umständen auch mehr schaffst.

Und dann noch der Feierabendverkehr. Direkt nach der Uni ab in den Zug, aber dann im schlimmsten Fall irgendwo auf den Gang stehen, wo du gar nichts erledigen kannst.
Vielleicht fährst du lieber eine Stunde später, vermeidest das Gewusel des Feierabendverkehrst und kannst ganz entspannt deine To-Do-Liste abarbeiten.

5. Vermeide Ablenkung (Handy, Entertainment, Mitreisende)

Auch unterwegs gibt’s die gleichen Störquellen, wie Zuhause und noch mehr.

Im Zug und vor allem in der U-Bahn ist es laut: Es quietscht, die nächste Station wird über Lautsprecher bekannt gegeben und dann noch die Mitreisenden, die sich unterhalten, telefonieren oder lautstark irgendwelche Videos auf ihrem Handy schauen.

Um nicht die ganze Zeit abgelenkt zu sein, sondern die Zeit auch sinnvoll nutzen zu können, gilt: Geräusche ausblenden!

  • Handy aus bzw. Benachrichtigungen stummschalten.
  • Ohrstöpsel oder Kopfhörer. Auf deinen Kopfhörern machst du dir am besten Musik an, die nicht nur die umliegenden Geräusche übertönt, sondern auch so deine Konzentration steigert.

6. Mach es dir bequem

Sofa und Füße hoch ist in Öffis nicht drin. Dennoch solltest du versuchen, dir eine möglichst bequeme Position zu suchen. Bequem im Sinne von so viel wie möglich:

Minimaler Komfort wäre eine Wand, an der du dich anlehnen kannst. Besser natürlich ein Sitzplatz und vielleicht findest du auch irgendwo einen Sitplatz mit kleinem Tisch.

7. Sei nicht so streng mit dir

Auch bei den besten Anstrengungen, ist es unmöglich, unterwegs so produktiv zu arbeiten, wie Zuhause oder in der Bibliothek. 

Dein Sitznachbar breitet sich aus, telefoniert oder dein Zug fällt aus und du musst ständig umsteigen.

Das kann alles passieren, also sei nicht so streng mit dir selbst, wenn du nicht alles schaffst, was du dir vorgenommen hast.

Unterwegs produktiv – Diese Tools helfen dabei

Hier schonmal ein paar Idee, was du auf deine Packliste schreiben könntest.

1. Akku, Powerbank

Gerade produktiv am schreiben, digitale Karteikarten abfragen oder ähnliches und plötzlich ist der Bildschirm schwarz. Akku leer. Und jetzt?

Damit dir sowas nicht passiert, denk an einen Ersatzakku oder eine Powerbank,(+ ein Kabel) denn unterwegs gibt es nicht überall Steckdosen, um dein Handy oder Computer wieder aufladen zu können.

2. Digitaler Speicherplatz

Ein digitaler Speicherplatz für alle deine Arbeitsmaterialen ist super praktisch, denn er muss eben nicht mit auf deine Packliste.
USB-Sticks oder ähnliches können auch zu Hause bleiben, denn du kannst von überall auf deine Daten zugreifen.
Vielleicht kannst du dir dadurch sogar sparen, einen Laptop mit dir herumzuschleppen, wenn es in der Uni genügend Computer-Arbeitsplätze gibt.

3. Ohrstöpsel und/oder Kopfhörer

Kopfhörer oder Ohrstöpsel nehmen keinen Platz weg, wiegen fast nichts und eignen sich perfekt, um nervige Hintergrundgeräusche auszublenden.

4. Stoppuhr

Um unterwegs produktiv zu arbeiten kann es helfen, in Intervallen zu arbeiten, wie bei der Pomodoro-Technik:
25 Minuten konzentriert arbeiten und dann 5 Minuten Pause, um die Gedanken schweifen zu lassen und aus dem Fenster zu schauen.

5. Notizblock

Ein Notitzblock, eine Notizen-App oder auch nur ein einzelnes Blatt Papier dabeizuhaben, schadet nie. Es ist super ärgerlich, wenn dir unterwegs eine Idee kommt, was du morgen mitnehmen solltest, was du nachher noch erledigen möchtest, oder wie du deine Hausarbeit noch perfektionieren kannst und du es dann aber sobald du es umsetzen willst, wieder vergessen hast. Also zur Sicherheit lieber aufschreiben.

Pendeln zur Uni – Aufgaben, die du unterwegs erledigen kannst

Brauchst du noch ein wenig Inspiration, welche Aufgaben du problemlos unterwegs erledigen kannst? Bitte sehr:

Karteikarten lernen

Egal ob analog oder digital. Karteikarten nehmen wenig Platz weg  und wiegen auch nicht besonders viel. Lernen mit Karteikarten ist also eine optimale Aufgabe für’s Pendeln zur Uni.

Wenn du eine Digitale Karteikarten-App, wie Anki verwendest, hast du sogar gar nichst zusätzlich zu schleppen, denn dein Handy hast du wahrscheinlich sowieso immer dabei.

Und das beste: Lernen mit Karteikarten geht auch bei ganz kurzen Fahrten, oft Umsteigen und ohne Sitzplatz. Das Handy ist schnell gezückt und auch ganz schnell wieder in Jacken-oder Hosentasche verstaut.

Veranstaltungen vorbereiten

Den Weg zu einer bestimmten Vorlesung oder einem Seminar kannst du nutzen, um dich inhaltlich darauf vorzubereiten. 

Vielleicht gibt es ein Skript, dass du zur Vorbereitung lesen solltest oder gibt es ein Kapitel im Buch, einen Artikel o.ä., dass du lesen kannst?

Aufgaben, bei denen du nur Lesen und keine großen Texte schreiben musst, können leicht beim Pendeln zur Uni erledigt werden. Voraussetzung ist natürlich, dass du die richtigen Materialen dabei hast. Hast du in dem Fall aber wahrscheinlich sowieso, da du sie ja für die Veranstaltung selbst brauchst.

Für kurze Notizen oder Markierungen mit dem Textmarker brauchst du auch keinen Tisch. Die kannst du auch auf deinem Schoß machen.

Mit anderen übers Thema austauschen

Wenn das mit der Konzentration beim Lesen oder Karteikartenlernen nicht klappt und du das Glück hast, KommilitonInnen zu haben, die den gleichen Weg haben wie du, könnt ihr gemeinsam unterwegs produktiv sein. 

Unterhaltet euch über das Thema, klärt offene Fragen, tauscht euch aus oder fragt euch ab.

Tag revue passieren lassen

Selbst das bloße revue-passieren lassen von Vorlesungen, trägt dazu bei, dass du dir die vermittelten Inhalte besser merken kannst. Und dafür brauchst du wirklich gar nichts außer deinem Kopf.

  • Was war die größte Erkenntnis?
  • Was war besonders interessant/ überraschend?
  • Was waren Hoch-und Tiefpunkte?

Wie lang ist dein Weg zur Uni?
Teile diesen Beitrag gerne! 🙂

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