Vorbild – Das richtige finden und selbst eins sein

Vorbild - Das richtige finden & selbst eins sein

Hast du eigentlich ein Vorbild? Jemanden, den du bewunderst? Jemanden, bei dem du dich in Situationen, in denen du selbst nicht weiter weißt, fragst: „Was würde XY jetzt tun?“?
Vorbilder sind nicht nur etwas für Kinder, sondern können jedem weiterhelfen. Viellicht bist du auch selbst ein Vorbild für andere, bist dir dessen aber gar nicht so bewusst.
Denn ein Vorbild ist nicht eine unantastbarer idealtypische Person, sondern kann im Prinzip jeder sein.

Was ist ein Vorbild?

Auf die Frage „Wer ist dein größtes Vorbild?“ sind viele erst einmal ratlos.

Ein Vorbild zu haben klingt immer direkt so nach Fan-sein und anhimmeln. Ein Fan ist laut Duden ein begeisterter Anhänger oder begeisterte Anhängerin von jemandem oder etwas.
‚Begeisterte AnhängerIn“ ist mir ein bisschen zu extrem.

Klar, es gibt SängerInnen und Bands, die tolle Musik machen, AktivistInnen, die unglaubliche Arbeit leisten und viele Menschen, die einen bewundernswerten Lebensstil oder eine gute Einstellung einem bestimmten Thema gegenüber haben.

Aber reicht das aus, um diese Personen als meine Vorbilder zu bezeichnen?!

Wer ist dein größtes Vorbild?

Um sich mit dem Begriff des Vorbilds ein wenig besser anzufreunden, hilft es, sich von dem Bild zu verabschieden, dass ein Vorbild jemand ist, der vollkommen und endgültig perfekt ist.
Das suggeriert der Begriff zwar irgendwie, aber mit dieser Einstellung ist es unmöglich, jemanden zu finden, der dieser Definition entspricht.

Vorbilder lassen sich einteilen in drei Kategorien

  • ganze,
  • partielle und
  • negative Vorbilder.

Ganzes Vorbild

Ein ganzes Vorbild ist jemand, den du rundum super findest. Die Art zu Leben, zu arbeiten, das Familienmodell, Einstellungen… einfach alles. 

So jemanden zu finden fällt ziemlich schwer, es ist eigentlich unmöglich. Vor allem, da du von den meisten Menschen gar kein ganzheitliches Bild hast, um wirklich jede Facette beurteilen zu können.

Partielles Vorbild

Die meisten Vorbilder, die existieren, sind partielle Vorbilder. Du bewunderst jemanden für seine Erfolge, für seine Art, mit anderen Menschen umzugehen, für seine Art, sich nicht stressen zu lassen.

Das kann alles mögliche sein, ist aber eben nur eine Facette, ein bestimmter Aspekt dieser Person

So ist es möglich, dass du einen Unternehmer zwar für seinen Erfolg bewunderst, aber die Mittel und Wege, wie er zu seinem Erfolg gekommen ist, kritisierst. Er ist eben nur ein partielles Vorbild.

Negatives Vorbild

Auch negative Vorbilder zählen zu Vorbildern. Hier eiferst du niemandem nach, sondern bewegst dich genau in die entgegengesetzte Richtung.

So wie diese Person möchtest du unter keinen Umständen sein oder werden.

Ein negatives Vorbild ist mindestens genauso wichtig oder wirksam wie ein positives Vorbild. Denn wenn du weißt, was du nicht willst, bringt dich das schon einen großen Schritt in Richtung der Dinge, die du willst.

Warum brauche ich ein Vorbild?

Die Frage „Wer ist dein größtes Vorbild?“ klingt vielleicht erst einmal nebensächlich, aber es lohnt sich, dass du dir einmal Gedanken darüber machst.

Schließlich kann es in verschiedensten Lebensbereichen helfen, ein Vorbild zu haben, um die eigenen Ziele zu erreichen.

Orientierung

In erster Linie bietet ein Vorbild Orientierung.

In Situationen, in denen du nicht weiter weißt, kannst du dich fragen: Was würde mein Vorbild tun?

Ein Vorbild definiert gleichzeitig ein Ziel und präsentiert dabei auch einen möglichen Weg dahin.
Dein Vorbild hat etwas erreicht, was du auch gerne erreichen möchtest.

Dich dabei an den Methoden und Schritten deines Vorbildes zu orientieren, nimmt dir unter Umständen eine Menge Arbeit ab und ermöglicht dir, auf deinem eigenen Weg einige Fehlschläge zu umgehen, indem du aus den Fehlern eines anderen lernst.

Sicherheit

Wenn dein Vorbild es auch schon geschafft hat, kann es nicht unmöglich sein. Ein Vorbild gibt dir die Sicherheit, auf dem richtigen Weg zu sein. 

Motivation

Durch das klare Ziel, das dein Vorbild setzt, spornst du dich selber an. Du willst so sein wie dein Vorbild bzw. das Gleiche erreichen. Du siehst, dass es funktionieren kann und dass dieses Ziel erstrebenswert ist.

Das ist alles, was es braucht, um ausreichend Motivation für dein Vorhaben zu erlangen.

Wer kann ein Vorbild sein?

Wo bekomme ich denn nun ein Vorbild her? Wer kommt denn alles als Vorbild in Frage?

Im Prinzip jeder. Jeder kann ein Vorbild sein, die meisten Vorbilder finden sich hier…

  1. Familie und Freunde
    Auch wenn sich viele vornehmen, auf gar keinen Fall so zu werden wie ihre Eltern, gibt es im näheren Umfeld große Chancen, ein partielles Vorbild zu finden. 
  2. Berühmte Persönlichkeiten
    Singen können wie ein erfolgreicher Popstar, erfolgreich sein wie ein Unternehmer, standhaft wie Mahatma Gandhi, gerecht wie Martin Luther King, reich wie ein Millionär …
  3. Bekannte
    Zum Bekanntenkreis zählen alle, mit denen du häufiger zu tun hast, zu denen aber keine engere Bindung besteht. Das können Lehrer sein, Professoren, Chefs, Kollegen, Kommilitonen. 
    Häufig fällt erst nach der Schulzeit auf, wie viel einige Lehrer doch tatsächlich richtig gemacht haben.
    Daher versuche auch im Unialltag, einmal Abstand zu nehmen. 
    Wenn der ganze Stress weg wäre und die Autorität dich nicht beträfe, könntest du dann eine Eigenschaft in einer ProfessorIn entdecken, die dir als Vorbild dienen könnte?

    Das kann schon eine Kleinigkeit sein. Vielleicht, dass eine ProfessorIn gut darin ist, ein ehrliches Lob auszusprechen, oder gerecht den Studierenden gegenüber zu sein.

Gefährliche Vorbilder

Vorbilder sind leider nicht immer gut, sondern können auch ungesund werden.

Gerade bei Prominenten als Vorbildern, entstehen statt Orientierung, Sicherheit und Motivation, Selbstzweifel, Druck und negative Gefühle.

So sein zu wollen wie ein anderer, ist ein unerfüllbarer Wunsch. Daher ist ein bisschen nacheifern, um sich selbst zu verbessern, zwar gut, sollte aber nicht übertrieben werden.

Bleib realistisch!

Du wirst niemals genau so werden wie jemand anderes. Du wirst niemals exakt die selbe Karriere durchlaufen wie ein anderer. Egal, wie viel du dir abguckst und wie viele Tipps du dir von dieser Person holst, es ist unmöglich, und das ist auch gut so.

Du hast deine eigenen, individuellen Lebensumstände, Hürden, aber auch Talente und Fähigkeiten, die anderen fehlen und die komplett unbemerkt blieben, wenn du versuchen würdest, das Leben eines anderen zu leben.

Selbst ein Vorbild sein

Sobald du etwas erreicht hast, was nicht jeder hat, bist du ein potentielles Vorbild. Dafür musst du nicht einmal in der Öffentlichkeit stehen oder besonders großartige Dinge vollbracht haben.

Möglicherweise merkst du gar nicht, dass dich Kommilitonen, Freunde oder auch nur deine kleine Schwester für irgendetwas bewundern.

Wenn du dir ein wenig Gedanken darüber machst, wie und inwiefern du als Vorbild agierst oder agieren möchtest, kannst du anderen enorm weiterhelfen. Denn die besten Tipps kommen immer von dem eigenen Vorbild persönlich.

Glücklich ist der Mensch, der andere verbessern kann, nicht nur, wenn er anwesend ist sondern sogar, wenn sie bloß an ihn denken! - Seneca

Für wen bist du ein Vorbild?

Eigenlob fühlt sich für dich vielleicht nicht so richtig gut an, aber es hat nichts mit Eitelkeit zu tun, sich bewusst zu machen, was man erreicht hat oder besser kann als andere.

Weshalb könntest du für andere ein Vorbild sein? Wo liegen deine Stärken? Welche Eigenschaften, die du hast, würden anderen weiterhelfen?

Ein paar Ideen, die andere an dir bewundern könnten:

  • Deine Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit
  • Deine Spontaneität
  • Dein Studienerfolg
  • Dein Zeitmanagement

Falls dir gar nichts einfällt, überlege, wofür dich andere in der Vergangenheit gelobt haben, oder frage deine Freunde oder Familie, was sie an dir bewundernswert finden.

Teile dein Wissen

Nichts ist besser als ein Tipp von deinem Vorbild persönlich. Also freuen sich auch andere, wenn du ihnen einen Tipp gibst.

Wenn dich jemand nach deinen Erfahrungen fragt, sei offen und nimm dir die Zeit, die Frage zu beantworten.

Der Erfolg, den andere mit deinen Erfahrungen erreichen können, nimmt dir nichts weg, also keine Scheu davor, deine Methoden und Vorgehensweisen weiterzugeben.

Sei ehrlich

Teile nicht nur die Dinge, die super gelaufen sind, sondern erzähle anderen auch von deinen Fehlern und Fehlschlägen. Dadurch können andere aus deinen Fehlern lernen.

Wenn dich jemand beispielsweise fragt, wie du dich auf die nächste Klausur vorbereitest, erkläre anderen deine Lernmethoden, was für dich funktioniert, womit du schlechte Erfahrungen gemacht hast und womit du immer noch nicht so ganz zufrieden bist.

Selbstbewusstsein

Wenn jemand etwas von dir lernen will, dann ist das im Prinzip ein ganz großes Kompliment.

Schließlich bedeutet es, dass der- oder diejenige an deine Fähigkeiten glaubt. Also solltest du das auch.

Rede dein Können nicht klein von wegen: „Ach, das kann ich eigentlich auch nicht so gut. Das war wahrscheinlich nur Glück.“ Sei stattdessen stolz auf das, was du kannst und steh dazu!

Wertschätzung

Es gibt nur Weniges, dass schöner und motivierender ist, als das Lob von jemandem, dessen Meinung dir am Herzen liegt.

Die Meinung des eigenen Vorbilds liegt den meisten sehr am Herzen. Und auch wenn du für eine andere Person kein Vorbild bist, ist es immer gut, nicht mit Lob und Anerkennung zu geizen.

Wenn du gut findest, was jemand anderes geschafft hat, dann sag das auch und bestärke ihn oder sie in dem, was er oder sie tut.

Hast du ein Vorbild? Und wenn ja, wer ist es?
Teile diesen Beitrag gerne! 🙂

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