Vorbereitung für Prüfungen – 10 Tipps für die optimale Prüfungsvorbereitung

10 Tipps für die optimale Prüfung - So gelingt die Vorbereitung für die Prüfung

Die Prüfungsphase rückt näher und du hast so das Gefühl, du solltest dich so langsam auf die Prüfung vorbereiten. Aber wo fängt man mit der Vorbereitung auf die Prüfungen am besten an? Und auch – wie macht man dann weiter?

So wie sich auch ein(e) SportlerIn auf den Wettkampf vorbereitet, brauchst auch du einen Trainingsphase für deine Prüfung, damit du dann, wenn es drauf ankommt, top fit bist.

Ohne Training an einem Wettkampf teilzunehmen, ist natürlich auch möglich, würde aber kein Sportler tun. Denn dann ist die Aussicht auf erfolg nicht sehr gut und im schlimmsten Fall kommt es sogar zu Verletzungen.

Also lieber ausreichend Zeit in die richtige Prüfungsvorbereitung investieren, denn die ist eigentlich gar nicht so kompliziert.

1. Die richtige Vorbereitung beginnt mit einer Strategie

Wir beginnen mit einem Plan: Eine Strategie, um deinem Lernen eine Struktur zu verleihen. Denn wie deine Vorbereitung für Prüfungen genau aussieht, ist abhängig von den Anforderungen.

Eine Marathon-LäuferIn trainiert ganz anders als eine BodybuilderIn. Und ein Marathonläufer muss sich darüber im klaren sein, ob es ihm/ihr nur darum geht, die Strecke zu schaffen, oder in einer bestimmten Zeit ins Ziel zu kommen.

Und so ist es eben auch bei Lernen.

Also erstmal ein paar Eckdaten zur Prüfung selbst heraussuhen

  • Welches Format hat die Prüfung? (Mündlich, schriftlich, praktisch, Multiple Choice,..)
  • Wie lang/ wie umfangreich ist eine Prüfung?
  • Wofür gibt es Punkte? (zählt bspw. nur die richtige Antwort oder werden auch Lösungswege bewertet?)
  • Möchtest du ’nur‘ bestehen oder eine bestimmte Note erreichen? Welche Note wäre das?

Je nachdem, welche Kompetenzen gefragt sind, setzt du auch die Schwerpunkte beim Lernen.

In einer mündlichen Prüfung musst du wahrscheinlich auch über ein Thema diskutieren können. Vor- und Nachteile benennen. Zusammenhänge erklären. 
Willst du mehr zum Thema Ablauf und Vorbereitung auf eine mündliche Prüfung wissen? Dann schau dir mal diesen Beitrag an: Mündliche Prüfung - Die richtige Vorbereitung und 5 wichtige Tipps!

Bei einer Multiple Choice-Klausur kommt es nur auf die korrekte Antwort an. Hier ist es also vor allem sinnvoll in der Vorbereitung auf die Prüfung viele Altklausuren zu machen. Also kreuzen, kreuzen, kreuzen.

2. Trainingsplan erstellen

Mach dich bereit fürs Lernen! Ohne Trainingsplan einen Marathon zu laufen geht bestimmt auch irgendwie, ist aber schwieriger.

Dein Trainingsplan ist dein Lernplan. Dein Lernplan sagt dir

  • Wann du lernst,
  • welche Themen zu welchem Zeitpunkt bearbeitet werden sollen,
  • wann du Pause hast.

Ein Lernplan ist nur dann sinnvoll, wenn er auch realistisch ist. Beachte beim Erstellen also noch folgende Aspekte

  • Nimm dir nicht zu viel auf einmal vor. Dein täglicher Lernumfang muss so gewählt sein, dass er auch zu bewältigen ist. Sonst hängst du schon nach dem zweiten Tag hinterher und verlierst irgendwann komplett die Motivation, weil du nie das schaffst, was du dir vorgenommen hast
  • Behalte deine persönliche Leistungskurve im Blick. Deine Produktivität schwankt mit der Tageszeit. Um so effektiv wie möglich lernen zu können, solltest du möglichst dann lernen, wenn du dein Produktivitätsmaximum erreicht hast.
  • Plane ein paar Tage Zeitpuffer mit ein. Solltest du dann doch mal bei einem Thema länger brauchen als gedacht, kommst du nicht in Zeitstress.

3. Das große Ganze im Blick

Bei der Vorbereitung auf Prüfungen kann man sich schnell mal in Daten, Fakten, Zahlen und den kleinsten Details verlieren. Das kostet viel Zeit – ist in der Regel aber nicht sonderlich ausschlaggebend für deinen Prüfungserfolg.

Behalte lieber das große Ganze im Blick. Konzentriere dich auch die Zusammenhänge, auf das „Global picture“.

Das hat neben der Zeitersparnis noch zwei weitere Vorteile:

  1. Du kannst dir die Inhalte besser merken. Denn dein Gehirn lernt nicht in Bruchstücken sondern anhand von Zusammenhängen und Verknüpfungen.
  2. Du bist motivierter. Mit einem Zusammenhang kommt auch die Sinnhaftigkeit. Denn du siehst, wie sich die einzelnen Bruchstücke zu einem großen Bild zusammenfügen. Genau diese Aha-Effekte motivieren!
Sich einzelne Enzyme der Labordiagnostik zu merken und welche Werte wann erhöht sind, ist isoliert betrachtet ganz schön anstrengend.
Weißt du allerdings, wo die Enzyme lokalisiert sind und welche Reaktionen sie katalysieren, kannst du dir erschließen, wann welche Parameter vermehrt im Blut messbar sind.
Und: Du weißt auch direkt, warum das klinisch relevant ist.

4. Weniger ist mehr

Das Große Ganze im Blick zu behalten bedeutet auch: Reduzieren.

Es ist schön, wenn du alles lernen und wissen möchtest, aber sein wir ehrlich: Bei den meisten Prüfungen ist das unmöglich und auch gar nicht erforderlich.

Konzentriere dich also auf das Wesentliche: Auf das, was tatsächlich Punkte bringt. Oder wie das Pareto-Prinzip formuliert: Auf die 20%, die 80% deines Erfolges ausmachen.

Am Anfang fällt das noch relativ schwer, aber je besser du den Stoff durchdrungen hast, desto leichter wird es dir fallen, zu identifizieren, welche Informationen wirklich wichtig sind.

Und: Durch das Komprimieren zwingst dich dazu, nicht einfach nur Sätze aus Büchern etc. zu übernehmen, sondern eigenständig zu formulieren und zu verstehen.

5. Diskutieren, verbalisieren, Fragen stellen

Nur weil du denkst, du hättest ein Thema erfolgreich gelernt, heißt das noch lange nicht, das du es wirklich kannst.

Du kannst dich so viel über einen Marathon informieren wie du willst: Was du essen solltest, wie du nicht aufgibst, was du an Equipment brauchst,… So wirst du keinen Marathon schaffen, sondern du musst eben auch tatsächlich laufen.

Der beste Beweis, ob du ein Thema wirklich durchdrungen hast und verstehst, ist die Anwendung: Kannst du das Thema in eigenen Worten wiedergeben und es jemand anderem erklären?

Ein wichtiger Bestandteil des Lernens ist also verbalisieren, diskutieren und gegebenenfalls Fragen stellen.

  • Suche dir KommilitonInnen, die sich auf die gleiche Prüfung vorbereiten.
  • bildet eine Lerngruppe
  • erklärt euch die Inhalte gegenseitig
  • hakt nach, wenn ihr eine Frage habt

Erst beim ausformulieren bist du dazu gezwungen Kausalzusammenhänge zu knüpfen und eben die einzelnen Stickpunkte in den Gesamtzusammenhang einzusortieren.

6. Lerninhalte anpassen bis es klappt

Trotz Zusammenhang, kannst du dir die Themen einfach nicht merken? Dann ändere sie!

Du sollst dir natürlich nicht einfach neue Informationen ausdenken, die so gar nicht stimme – das wäre in einer Prüfung eher kontraproduktiv.

Aber du kannst die Verpackung der Informationen ändern.

  • Visualisiere den Lernstoff. Schaue dir Bilder an oder male sie selber.
  • Kreiere mind-maps und Wirkungsgefüge
  • denke dir Eselsbrücken und Merksätze aus.

Verpacke die Informationen so, dass dein Gehirn sich sie am besten merken kann.

Wenn die einen Sportschuhe nicht richtig sitzen, probier es halt mit einem anderen Paar.
Vielleicht liegt es aber auch gar nicht am Schuh, sondern am Fitnessstudio, also dem ganzen drumherum.

Suche dir ein Lernumfeld, dass deine Konzentration steigert. Ein Ort mit möglichst wenig Ablenkung. Das hat auch den Vorteil, dass das Lernen mit einem bestimmten Ort verknüpft ist. Verlässt du diesen Ort, ist auch mit dem Lernen Schluss für heute.

7. Vorbereitung für Prüfungen heißt Trainieren

Wie ein Muskel, kann du auch dein Gehirn und die einzelnen Synapsen trainieren. Je öfter du eine Information aufrufst und wiederholst, desto besser kannst du dir sie merken.

Jetzt geht’s also ans Trainieren.

Hierfür hast du eine Auswahl aus unzähligen Lernmethoden.

Diese Aufzählung ist natürlich nicht vollständig und du musst dich auch nicht für eine einzige entscheiden. Du kannst verschiedene Lernmethoden abwechseln oder kombinieren.Wähle dir Lernmethode, die für deinen Lerntyp am besten passt.

8. Erfolgskontrollen

Du willst Fortschritte sehen. Nur so bleibst du motiviert und findest heraus, was du schon geschafft hast und was noch vor dir liegt.

Kannst du die Strecke schon schneller rennen? Sind deine Muskeln danach weniger erschöpft? Wie viele Kilometer hältst du durch?

Bei der Vorbereitung zur Prüfung sind Übungsaufgaben die perfekte Erfolgskontrolle.

Besorge dir also so viele Übungsaufgaben und Altklausuren wie du bekommen kannst, oder simuliert in eurer Lerngruppe eine Prüfungssituation. Eine Prüfung selbst ist einfach die beste Vorbereitung.

Mache dabei nicht den Fehler, erst kurz vor der Prüfung mit den Übungsaufgaben und Altklausuren anzufangen. Die sind von Anfang an wichtig, um deinen Fortschritt zu analysieren.

9. Belohne dich für deine Prüfungsvorbereitung

Nicht nur nach der Prüfung, sondern auch schon auf dem Weg dahin, bei der Prüfungsvorbereitung: Belohne dich für das was du schon geschafft hast.

Das fühlt sich gut an, schafft Anreize und hält die Motivation hoch. Und davon kann man in einer anstrengenden Vorbereitung für Prüfungen schließlich nie genug haben.

10. Achte bei der Vorbereitung auf Prüfungen auf dich

Auch wenn es kurz vor Abschlussprüfungen und unter Studierenden beliebt ist, kurz vor den Prüfungen Nachtschichten zu schieben und tagelang in der Bibliothek zu versinken: Achte auf diene Learn-Life-Balance in der Prüfungsphase.

Das bedeutet:

  • Mache regelmäßig Pausen. Nicht nur während einer Lernsession selbst, sondern gönn dir auch 1-2 freie Tage die Woche. In deinen Pausen hast du dann Zeit für alles außer Lernen: Freunde treffen, Sport machen, Entspannen, …
  • Schlafe genug. Schlafmangel mindert die Konzentrationsfähigkeit, ist also bei der Vorbereitung für Prüfungen unverzichtbar.
  • Essen und Trinken. Nährstoffe, Wasser und genug Kalorien, damit dein Gehirn auch vernünftig arbeiten kann.

No-Gos bei der Vorbereitung für Prüfungen

  1. Zeitdruck
    Zeitdruck macht alles schlimmer. Sobald du für ein Thema mal mehr Zeit brauchst als geplant, setzt du dich unter Druck, erhöhst deinen work-load und hast keine Möglichkeit, dich ausreichend mit den einzelnen Themen zu beschäftigen.
    Also: Rechtzeitig angefangen und einen Zeitpuffer mit einplanen.
  2. Negative Gedanken
    Destruktives Gedankengut ist immer, aber vor allem bei der Vorbereitung für Prüfungen fehl am Platz. Wenn du dir einredest, dass du das nie schaffst, dann wird das auch nichts.
    Denk dir stattdessen: Du kannst das schaffen. Du bereitest dich schließlich gerade optimal darauf vor.
  3. Stress
    Zeitdruck und negative Gedanken sind nur zwei der unzähligen Faktoren, die für Stress sorgen.
    Lege am besten in deine Prüfungsphase nicht noch zig andere Termine und Verpflichtungen. Deine Zeit ist eh schon knapp, also mach es dir nicht noch zusätzlich schwer.

Wie sieht deine Vorbereitung für Prüfungen aus? Hast du bestimmte Routinen oder Lieblings-Lernmethoden?
Teile diesen Beitrag gerne! 🙂

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