Viel auf einmal merken? – Wie du umfangreiche Themen lernst

Wie soll ein Mensch so viel lernen? Das ist doch unmöglich! Und erst recht werde ich das niemals in einer Prüfung alles wiedergeben können.
Das denke ich mir in meinem Studium regelmäßig. So ziemlich jede Woche, manchmal sogar mehrmals am Tag.
Umfangreiche Themen und die damit einhergehenden großen Stoffmengen sind überfordernd. Um deshalb nicht ständig in Stress zu verfallen, solltest du die Überforderung zu einer Herausforderung umwandeln

Das Problem an umfangreichen Themen

Das Problem an einem umfangreichen Thema ist nicht, dass du es nicht alles lernen könntest, denn dein Gehirn ist durchaus in der Lage, so viel Information aufzunehmen und zu verarbeiten.

Das Problem ist viel mehr die Darreichungsform. Ein 6-Gänge-Menü wirst du auch nicht in 5 Minuten herunterschlingen können. Mit etwas zeitlichem Abstand ist es- je nach Portionsgröße- immer noch eine Herausforderung, aber eine, die du bewältigen kannst und die vielleicht sogar noch Spaß macht.

Nicht umsonst bekommt man das ganze Essen über 6 Gänge verteilt. Alles auf einmal wäre überfordernd, denn man wüsste schließlich gar nicht, wo man anfangen sollte.

Diesen zeitlichen Abstand gibt es leider in der Uni nicht wirklich…

Du hast das alte Thema noch nicht einmal richtig verstanden, da beginnt schon das nächste. Und da darfst du natürlich auch nicht direkt von Anfang an hinterherhinken, denn sonst bist du für den Rest des Semestern nur noch damit beschäftigt, Inhalte nachzuarbeiten.

Häufige Fehler beim Lernen großer Stoffmengen

  1. Du versuchst, alles auf einmal zu lernen
    Das ist unmöglich. Denn dein Hirn kann zwar wie schon erwähnt sehr viel, aber es kann auch nicht alles. Und vor allem weiß dein Gehirn beim Alles-auf-einmal-Lernen auch gar nicht, wo es überhaupt anfangen soll
    Daher ergibt es keinen Sinn, fünf Themenkomplexe gleichzeitig aufnehmen zu wollen.
  2. Du fängst zu spät an
    Eine Woche vor der Prüfung ist ein kein Wunder, dass auf einmal alles zu viel ist. Schließich waren die Inhalte auf ein ganzes Semester und nicht nur einige Tage ausgelegt.
  3. Du stehst dir selbst im Weg
    Das ist alles zu viel! Das schaffe ich nie! Stimmt, denn wenn du dir immer nur einredest, das niemals zu schaffen, anstatt anzufangen, hast du auch gar keine Chance, voranzukommen.

So lernst du umfangreiche Themen

Setz dir ein Ziel

„Ich muss alles lernen“ ist ganz schön unkonkret und das macht es unfassbar schwierig, produktiv zu lernen. Daher hilft es, dir zu aller erst ein paar Fragen zu stellen:

  1. Was will ich genau lernen? Welche Themen sind relevant?
  2. Bis wann will ich die Themen gelernt haben?
  3. Wie will ich die Themen lernen? Texte lesen, Übungsaufgaben, Karteikarten erstellen,…
  4. Was ist mein Ziel? Will ich detailliertes Wissen oder einen groben Überblick?

Fang früh genug an

Im Prinzip gilt: Je früher desto besser. Wenn du am Ende noch Zeit übrig haben solltest, kannst du diese gut nutzen, um schwierige Themen noch einmal zu wiederholen.

Mit einem guten zeitlichen Polster lernt es sich aber vor allem viel entspannter, denn der Druck, die Klausur bestehen zu müssen, sitzt dir noch nicht so stark im Nacken.

Du kannst dir also auch mal erlauben etwas spaßigere, evtl. zeitaufwändigere Lernmethoden anzuwenden. Schließlich hast du ja die Zeit.

Am besten planst du deine Aufgaben so, dass du vor der Klausur noch ein paar Tage Puffer hast, falls noch etwas Unerwartetes dazwischen kommt.

Schritt für Schritt

Versuche, den Lernstoff in Themen und die einzelnen Themen wiederum in Unterthemen zu gliedern.

Dadurch kannst du zum einen besser überschauen, was du alles vor dir hast, zum anderen wirkt es nicht mehr ganz so überfordert.

Ein Unterthema am Tag zu lernen ist schließlich ein realistisches Ziel.

Der Inhalt wird dadurch zwar nicht weniger, aber machbarer, denn du kommst Stück für Stück vorwärts.

Das klingt jetzt vielleicht für dich nach aufschieben, denn du lernst ja nur ein kleines Unterthema. Wie soll das denn zeitlich passen?
Du kannst dir natürlich auch mehrere Themen für einen Tag vornehmen. Wichtig ist nur, dass du für dich eine kleinschnittige Gliederung erstellst, damit du eine Struktur ins Lernen bringst und weißt, wo du anfangen sollst.

Am besten machst du dir eine Liste, welche Themen du abarbeiten willst und schreibst evtl. ein Datum dazu, bis wann du das erledigt haben möchtest.

Fang einfach an!

Es kann sein, dass es wirklich zu viel ist und du bis zur Prüfung zeitlich nicht hinkommst. Aber du kannst es zumindest versuchen.

Denn die Zeit wird immer knapper mit jedem Tag, an dem du dir Sorgen machst, weil dir einfällt, wie viel du eigentlich noch lernen musst.

Andere haben es auch schon geschafft, also kann es ja nicht vollkommen unmöglich sein, oder?

Feier kleine Erfolge

Wenn du dir wie weiter oben beschrieben eine Themenliste anfertigst, kannst du auch abhaken, was du schon erledigt hast. Dadurch hast du mit jedem weiteren Haken ein kleines Erfolgserlebnis.

Vielleicht hilft es dir auch, kleine Belohnungen festzulegen. Wenn du 5 Unterthemen geschafft hast, gehst du zum Beispiel mit einer Freundin einen Kaffee trinken.

Lege dir eine Routine zu.

Jeden Tag als allererstes eine Prüfungsaufgabe? Nach der letzten Vorlesung ein Kapitel wiederholen? Egal wie deine Routine aussieht, entscheidend ist die Regelmäßigkeit. Wenn du dich daran gewöhnst, jeden Tag noch ein altes Thema zu wiederholen, fühlt es sich irgendwann gar nicht mehr nach viel Extraarbeit an.

Anmerkung: 
Eine Routine heißt nicht, dass du täglich etwas lernen musst. Eine Routine kann schließlich auch so aussehen: Jeden Montag und Mittwoch Vorlesungsfolien zusammenfassen.

Wie lernst du umfangreiche Themen?
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