Schneller lesen – Speed Reading im Studium

Speed Reading

Wie viele Bücher, Seiten und Wörter hast du in deinem Leben wohl schon gelesen?
Schwer zu beantworten, oder? Kein Wunder, denn die Zahl ist gigantisch.
Egal ob E-Mails, Fachliteratur für die Uni, Romane oder Zeitungartikel.
Lesen ist wichtig, nimmt aber auch relativ viel Zeit in Anspruch.
Schneller lesen mit der Speed Reading-Methode hilft dir dabei, gegen die Leseflut in deinem Alltag anzukommen.

Warum Speed Reading? Ich kann doch schon lesen

Überlege mal: Wann hast du eigentlich das letzte Mal lesen gelernt bzw. Bei den meisten müsste die Frage eher lauten, wann hast du lesen gelernt.
Denn die meisten lernen das Lesen, wenn sie in die Grundschule kommen, und dann nie wieder.

Und das ist doch seltsam.

In Mathe lernen wir während der Schulzeit immer mehr Techniken, um effektiver und und viel komplexer rechnen zu können.
Wir sind zum Glück nicht mehr auf dem Stand eines Erstklässlers, der die Anzahl der Birnen mit den Fingern abzählen muss.

Und obwohl wir im Alltag viel mehr lesen als rechnen, verbessern wir uns diesbezüglich gar nicht.

Höchste Zeit, das zu ändern, denn überleg mal, wie viel du allein im Studium liest und wie viel Zeit du sparen würdest, wenn du auch nur ein kleines bisschen schneller lesen könntest.

Dafür zunächst einmal ein Blick darauf, was bei deiner momentanen Lesestrategie falsch läuft.

3 Fehler, die schnelles Lesen verhindern

1. Unterschwelliges Mitsprechen

Hast du auch diese innere Stimme im Kopf, die dir deine Texte vorliest? Oder bewegst du vielleicht sogar deine Lippen mit, wenn du liest?

Durch diese beiden Eigenschaften bremst du dich beim Lesen unnötig aus. Du bindest dein Lesetempo an deine Sprechgeschwindigkeit, obwohl deine Gedanken eigentlich viel schneller sind als deine Zunge.

Klar, diese innere Stimme hat auch einen Sinn, denn sie hilft dabei, schwierige Texte besser zu verstehen.

Das Ziel sollte also nicht sein, diese innere Stimme komplett abzuschaffen, sondern sie auf das Wichtigste zu reduzieren.

2. Zurückspringen im Text

Gerade einen Satz gelesen, aber nicht wirklich verstanden, was eigentlich drin steht, also zurück und nochmal von vorne.

Aus Angst, eine wichtige Information verpasst zu haben, und um auf Nummer sicher zu gehen, wirklich alles zu verstehen, liest du den Satz wieder und wieder. Aber auch bei den folgende Malen wird es nicht besser, denn deine Gedanken schweifen immer wieder ins muntere Tagträumen ab.

Das liegt daran, dass du dein Hirn nicht genug forderst. Da bleibt genug Kapazität zum Tagträumen übrig. Zwing dich also, in einem zügigen Tempo weiterzulesen und nicht ständig zurückzuspringen. Dadurch bringst du dein Gehirn dazu, sich stärker anzustrengen, und du sparst eine Menge an Zeit und Frustration, denn es ist einfach nur nervig, einen Satz immer und immer wieder lesen zu müssen.

3. Enger Blickfokus

Weißt du noch, wie dir in der ersten Klasse das Lesen beigebracht wurde?

Das lief wahrscheinlich ungefähr so ab:

Erst hast du die einzelnen Buchstaben gelernt und diese dann zu Wörtern und anschließend zu ganzen Sätzen verbunden.

Und so liest du auch heute noch: Stück für Stück, Wort für Wort, Buchstabe für Buchstabe.

Aber warum? Bei einem Bild gibst du dich schließlich auch nicht damit zufrieden, Stück für Stück zu sehen. Du willst es im Ganzen betrachten.

Warum also nicht auch Sätze oder Satzabschnitte im Ganzen betrachten?

Dadurch bilden sich viel einfacher Bilder in deinem Kopf, die dir dabei helfen, das Gelesene zu verstehen.

Schneller Lesen mit der Speed Reading – Methode in 4 Schritten

1. Lies in Sinngruppen

Wenn du einen Text liest, versuche nicht Wort für Wort zu lesen, sondern Wortgruppen als Ganzes zu erfassen.

Das ist am Anfang nicht ganz einfach, denn woher weiß ich, was eine sinnvolle Wortgruppe ist?

Zum Glück gibt es Kommas und Satzzeichen, die den Text für dich strukturieren und somit auch einen Hinweis darauf geben, welche Worte eine sinnvolle Wortgruppe bilden.

Verkrampfe dabei nicht, sondern halte deinen Text etwa 30 cm vor deinem Gesicht und versuche ganz entspannt, deinen Blick über die Seite gleiten zu lassen.

2. Vertraue in dein Gedächtnis

Um etwas gegen das ewige Zurückspringen zu tun, musst du ein gewisses Grundvertrauen in dein Gehirn aufbauen.

Denn du brauchst gar nicht jedes einzelne Wort, um den Sinn eines Satzes zu verstehen.

Vertraue darauf, dass deine Erfahrungen und dein Wortschatz groß genug sind, um sich den Sinn zu erschließen.

3. Mache eine Vorschau

Wie auch bei der SQ3R-Methode lohnt es sich, den Text vor dem richtigen Lesen zunächst einmal zu überfliegen und auf Dickgedrucktes, Graphiken und Bilder zu achten.

Diese beinhalten nämlich häufig die wichtigsten Informationen und geben dir einen guten Eindruck, was dich beim Lesen erwartet.

4. Variiere dein Lesetempo

Nicht jeder Text ist gleich wichtig oder hat einen gleichen Schwierigkeitsgrad, was Wortschatz und Satzbau betrifft.

Einen Roman zu lesen fällt leichter, als einen Sachtext mit vielen Fremdwörtern zu verstehen.

Um dein Leseverhalten an den jeweiligen Text anzupassen, kannst du zwischen mehreren Lesevariationen wählen, dem Scanning, Skimming und dem Paragraphing.

Das Scanning eignet sich vor allem dann, wenn du eine gezielte Frage an den Text hast und nach einer bestimmten Information suchst.

Dann brauchst du nicht hunderte von Seiten Fachliteratur bis ins kleinste Detail durchzulesen, sondern kannst die Seite lediglich scannen, indem du im Zick-Zack oder Slalom deine Augen über die Seite gleiten lässt und nach einem bestimmten Signalwort suchst.

Beim Skimming widmest du dich zwar dem ganzen Text, überfliegst ihn allerdings nur, und zwar so schnell wie möglich. Bringe deine Augen dazu, jedes Wort nur für einen ganz kurzen Moment zu sehen.

Dadurch kannst du den Text filtern und herausfinden, ob er für dich relevant ist und sich ein genaueres Lesen überhaupt lohnt.

Bei gut strukturierten Texten, wie beispielsweise Zeitungsartikeln, bietet das Paragraphing eine gute Alternative zum Skimming.

Hierbei verlässt du dich darauf, dass jeder Absatz einen Kerngedanken enthält, der meistens bereits im ersten Satz des Paragraphen auftritt und anschließend „nur“ noch genauer erklärt wird.

Du kannst dich also von Absatz zu Absatz hangeln, um einen Überblick über den Text zu erhalten.

Die Absätze, die dich interessieren oder dir wichtig erscheinen, schaust du dir dann nochmal genauer an.

Buchtipp: Schneller lesen, besser verstehen

Nach der ganzen Theorie bleibt jetzt nur noch eins: Üben, üben, üben, denn du hast dir im Laufe deines Lebens einige Lesegewohnheiten angewöhnt, die sich nicht einfach per Knopfdruck wieder abschalten lassen.

Ich habe das Speed Reading mit dem Buch Buch „Schneller lesen – besser verstehen“ von Wolfgang Schmitz gelernt und kann das nur weiterempfehlen.

Es gibt einen Theorieteil und einen Praxisteil mit ganz vielen Übungen, bei denen du das neu Gelernte anwenden, trainieren und deinen Fortschritt nachverfolgen kannst.

Es gibt auch zahlreiche Kurse, in denen man das Speed Reading lernen kann, allerdings sind diese weitaus kostspieliger und wenn du eher Hemmungen verspürst, viel Geld auszugeben, reicht das Buch vielleicht schon.

Speed Reading - schneller lesen, besser verstehen
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Hast du schon Erfahrungen mit dem Speed- Reading? Wenn ja, wie und warum hast du es gelernt? Wenn nicht, hast du vor es zu lernen?

Teile den Artikel gerne mit jemandem, der sich wünscht, schneller lesen zu können. 🙂

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