Mündliche Prüfung – Die richtige Vorbereitung und 5 wichtige Tipps!

mündliche Prüfung

Die wichtigsten Tipps, um deine mündliche Prüfung zu meistern.

Während schriftliche Prüfungen einem regelmäßig im Studium begegnen, sind mündlich Prüfungen doch eher die Ausnahme.
Um so größer ist die Aufregung und Unsicherheit, wenn dann eine mündliche Prüfung bevorsteht.

Mündliche Prüfungen können aber zu deinem Vorteil sein, denn du kannst sie mitgestalten!

Aus Recherchen und eigenen Erfahrungen zusammengetragen erfährst du hier, wie eine mündliche Prüfung in der Regel abläuft, wie du die meisten Punkte abstauben kannst und wie du dich am besten auf dein Prüfungsgespräch vorbereitest.

In diesem Beitrag erfährst du alles rund um das Thema mündliche Prüfung!

Vorteile von mündlichen Prüfungen

Mündliche Prüfungen machen den meisten Angst. Das liegt ganz einfach daran, dass sie ungewohnter sind und die Zeit, in Ruhe über die Antwort nachzudenken, irgendwie fehlt. Was gesagt ist, ist gesagt und kann nicht wieder rückgängig gemacht werden.

Es gibt allerdings auch einige große Vorteile bei einer mündlichen Prüfung.

  1. Mündliche Prüfungen sind gegenüber schriftlichen Klausuren sehr viel flexibler.
    Das bedeutet, du kannst selber das Prüfungsgespräch in eine bestimmte Richtung lenken und den Fokus auf die Themenbereiche setzen, zu denen du viel sagen kannst.
    Wenn du dort dann schon überzeugen kannst, fragt deine PrüferIn, wenn du Glück hast, bei den anderen Bereichen gar nicht mehr nach.
  2. Deine Denkprozesse werden mitberücksichtigt.
    Wenn du in einer schriftlichen Klausur die Antwort nicht weißt, musst du die Aufgabe im Zweifelsfall überspringen oder raten. Bei einer mündlichen Prüfung kannst du deinen Gedankengang aussprechen und dafür sogar noch Punkte erhalten.
    „Bei der Antwort muss ich kurz nachdenken: Zum einen…, zum anderen weiß ich auch, dass…“ Selbst wenn du nicht zum richtigen Ergebnis kommst, sehen die PrüferInnen, dass du nicht nichts weißt, können deine Gedanken und deine Überlegungen nachvollziehen und dir Ansatzpunkte geben.

Wie läuft eine mündliche Prüfung?

Egal ob Abitur oder Studium, der Ablauf einer mündlichen Prüfung ist in der Regel immer ähnlich.

Entweder hältst du eine Art Monolog bzw. Vortrag und bist somit sehr frei in der Art, wie du die Frage beantwortest.
Häufiger ist es aber, dass du ein Prüfungsgespräch führst. Das heißt, deine PrüferIn hat auch einen gewissen Redeanteil. Eben ein Dialog statt eines Monologs.

Wie beginnt eine mündliche Prüfung?

Zu Beginn einer mündlichen Prüfung bekommst du mündlich oder schriftlich erst einmal eine Einstiegsfrage.
Die gehört zwar schon zur Prüfung dazu, ist häufig aber auch ein bisschen dazu gedacht, dass du erst einmal hereinkommen kannst.

Jeder ist bei einer mündlichen Prüfung nervös. Daher ist es ganz normal, dass die ersten Sätze etwas holprig sind. Je länger du redest, desto selbstbewusster und entspannter wirst du.

Im weiteren Verlauf können die PrüferInnen dann Fragen stellen, dich unterbrechen und nochmal nachhaken.

Ein paar Aspekte solltest du im Voraus in Erfahrung bringen, um genau zu wissen, wie deine mündliche Prüfung abläuft

  • Wie lange dauert die Prüfung?
  • Gibt es mehrere PrüferInnen?
  • Werden beide/alle PrüferInnen Fragen stellen?
  • Ist ein freier Vortrag oder ein Prüfungsgespräch gefordert?

Übrigens:
Sollten dir die Fragen zum Ende hin immer schwieriger vorkommen, ist das nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen.
Im Gegenteil: Die Prüfenden haben gemerkt, dass du Ahnung vom Thema hast und wollen schauen, inwiefern du auch schwere Fragen beantworten kannst.

Was muss man für die mündliche Prüfung lernen?

Was du inhaltlich für deine Prüfung lernen musst, ist natürlich nicht generalisierbar und von deinem Fach, deiner Uni und deinen PrüferInnen abhängig.

Um dich optimal auf deine mündliche Prüfung vorzubereiten, musst du also erstmal so viele Informationen über die Prüfung selbst, die möglichen Aufgaben und deine PrüferInnen herausfinden.

  • Wer sind die Prüfenden?
  • Welche Vorlesungen/Seminare hat der/die Prüfende gegeben?
  • Auf welchem Forschungsgebiet arbeiten die Prüfenden?

Je nachdem, in welchem Fachgebiet die Prüfenden lehren und forschen, werden sie in der Prüfung auch andere Schwerpunkte legen bzw. an unterschiedlichen Stellen detailliertere Fragen stellen. Ein Biochemiker wird einen größeren Wert auf chemische Reaktionen und Strukturformeln legen als ein Physiologe.

Aber keine Panik: Auch wenn du vorher nicht weißt, wer dich prüfen wird, kannst du ein gutes Ergebnis bekommen!

Um einen richtigen inhaltlichen Fokus zu legen, kannst du viel von Studierenden aus höheren Semestern bzw. deren Erfahrungen profitieren. Das geht entweder durch Plattformen, auf denen Prüfungsprotokolle und Erfahrungsberichte geteilt werden, oder einfaches Fragestellen!

  • Welche Themenbereiche können abgefragt werden?
  • Gibt es Prüfungsprotokolle und Erfahrungswerte, auf die du zurückgreifen kannst?
  • Gibt es dafür Literaturempfehlungen?
  • Sind Hilfsmittel erlaubt?
  • Wie wird die Prüfung bewertet?

Wie lerne ich am besten für die mündliche Prüfung?

Du hast die richtige Antwort zwar eigentlich im Kopf, das Ganze in Worte zu fassen, klappt aber irgendwie trotzdem nicht.

Sachverhalte zu erklären ist genau das, worum es in einer mündlichen Prüfung geht. Also solltest du auch das lernen, um dein Wissen auch präsentieren zu können.

Ein gut ausformulierter Text zum Thema wird dir nicht helfen, denn du musst ein Thema verbalisieren und in eigene Worte fassen können. Du solltest also schon bei der Prüfungsvorbereitung ganze Sätze formulieren.

Dabei kann dir folgende Methode helfen:

  1. Schreibe eine kurze Zusammenfassung zu einem Thema oder Themenbereich, der in der mündlichen Prüfung abgefragt werden könnte.
  2. Fasse diese wiederum in knappe Stichworte, bis sie auf eine Karteikarte passen.
  3. Auf die Rückseite der Karte schreibst du Fragen zum dem Thema: Fragen aus Büchern, Erfahrungsberichten, Altfragen und selbst ausgedachte.
  4. Jetzt wiederholst du die Karteikarten so lange, bis du es schaffst, die Fragen auf Grundlage der Stichpunkte frei und flüssig mündlich zu beantworten.

Prüfungssituation simulieren

Eine Prüfungssituation im Vorhinein einmal zu simulieren, kann sehr hilfreich sein.

  • Du kannst besser einschätzen, was auf dich zukommt.
  • Am Prüfungstag selbst bist du entspannter, schließlich ist die Situation nicht mehr ganz unbekannt.
  • Euch fallen bei Simulation vielleicht die gleichen Fragen wie den Prüfenden ein. Ihr seid dann also bestens darauf vorbereitet.

Eine Prüfungssituation zu simulieren, ist zum Glück ganz einfach:

  1. Suche dir ein paar Kommilitonen oder Freunde, die mitmachen wollen
  2. Sucht euch einen leeren Seminarraum.
    Falls ihr schon wisst, in welchem Raum genau die Prüfung ablaufen wird, nehmt am besten den.
  3. Verteilt die Rollen.
    Eine(r) ist Prüfling, die anderen Prüfende, also diejenigen, die Fragen stellen.
  4. Fangt mit einfachen Fragen an.
    Schließlich ist das Ziel der Prüfungssituation, euch mit der Situation vertraut zu machen. Ihr sollt danach selbstbewusster und nicht panischer der Prüfung gegenüber sein.
  5. Stellt auch gemeine Fragen.
    Nach einer Weile könnt ihr natürlich auch gemeinere Fragen stellen. Schließlich können das die Prüfenden auch tun.

Tipp:
Wenn möglich, besorgt euch für eure Prüfungssimulation Altfragen oder Fragen, von denen ihr wisst, dass sie drankommen können.

Gast bei mündlicher Prüfung

Bei mündlichen Prüfungen gibt es manchmal die Möglichkeit, als Gast zuzuschauen.

Dadurch kannst du direkt einen Eindruck bekommen, wie die Prüfung tatsächlich ablaufen wird. Das kann helfen, dir deine Prüfungsangst zu nehmen oder zumindest zu lindern.

Wenn du Gast bei einer mündlichen Prüfung sein möchtest, musst du das allerdings rechtzeitig planen.

Beispielsweise Abiturprüfungen finden nur einmal im Jahr statt. Möchtest du bei dem Abiturjahrgang vor dir zugucken, musst du dich also ein Jahr vor deiner eigenen Prüfung darum kümmern.

Wie lange muss ich mich auf eine mündliche Prüfung vorbereiten?

Wie lange du dich auf eine mündliche Prüfung vorbereiten musst, ist ganz individuell. Es hängt natürlich zum einen vom Lernumfang und dem Schwierigkeitsgrad, aber auch von deinem Lerntyp und deiner Konzentrationsfähigkeit ab.

Das Wichtigste ist: Nimm dir Zeit!

Und damit du dir auch die Zeit nehmen kannst, die du brauchst: Fang rechtzeitig an!

Unter Zeitstress kann keiner konzentriert arbeiten und es macht auch keinen Spaß.

Für ein gutes Zeitmanagement kann ein Lernplan helfen, hier hältst du fest

  • wann du wie lange du lernen möchtest.
  • welche Themen in der jeweiligen Lerneinheit anstehen.
  • An welchen Tagen du Pause machst.

Plane unbedingt einen Zeitpuffer in deinen Lernplan mit ein. Wenn du dann doch mal für ein Thema länger brauchst als geplant, gerät nicht dein ganzer Zeitplan durcheinander.

5 Tipps für eine erfolgreiche mündliche Prüfung

Mündliche Prüfungen werden subjektiver bewertet als schriftliche. Das kann ein Nachteil sein, das kannst du aber auch zu deinem Vorteil nutzen, indem du einen guten Eindruck machst.

Es dauert nur wenige Sekunden, bis das menschliche Gehirn sich einen ‚ersten Endruck‘ von seinem Gegenüber gemacht hat. Also kann selbst die Art und Weise, wie du den Raum betrittst, dein Prüfungsergebnis beeinflussen.

Wirst du von Anfang an als strukturiert und kompetent wahrgenommen, hast du dir schon einen kleinen Vorteil verschafft.

1. Sei pünktlich!

Wenn es direkt damit losgeht, dass du verspätet und verschwitzt in deine Prüfung stürzt, ist das kein gutes Zeichen.

Finde also spätestens einen Tag vor der Prüfung heraus:

  • Wann findet die Prüfung statt?
  • Muss ich schon früher da sein?
  • Wo (Gebäude, Etage, Raum) findet die Prüfung statt?
  • Muss ich irgendetwas mitbringen?

2. Sei selbstbewusst!

Ein starkes Selbstbewusstsein lässt dich bei einer mündlichen Prüfung kompetent wirken. Und wenn du dich gut vorbereitet hast, gibt es auch keinen Grund, nicht selbstbewusst in deine Prüfung hineinzugehen.

  • Sei ausgeschlafen!
  • Achte auf deine Haltung: Schultern zurück, keine verschränkten Arme!
  • Begrüße die Prüfenden freundlich!
  • Halte Augenkontakt!

3. Achte auf deine Sprache!

  • Formuliere ganze Sätze!
    Stickpunkte oder einzelne Schlagwörter reichen nicht aus.
  • Antworte strukturiert!
    Bei einer Antwort, die hauptsächlich aus „ehmmm…“ besteht, wirst du schnell unterbrochen werden.
    Antwortest du hingegen strukturiert, müssten Prüfende dich richtig unterbrechen, um Nachfragen zu stellen. Das kann natürlich auch vorkommen. Wenn du Glück hast, hakt aber keiner weiter nach.
  • Benutze Fachbegriffe!
    Viele PrüferInnen wollen gerne bestimmte Fachbegriffe hören. Außerdem fällt das Erklären auch viel leichter, wenn du nicht immer alles umschreiben musst, sondern mit einem konkreten Fachbegriff benennen kannst.
    Achte bei Fremdwörtern auch auf die richtige Aussprache!
  • Zitiere Autoren!
    Wenn du eine Information aus einer bestimmten Quelle anführen willst, ist es bei einer mündlichen Prüfung nicht anders als bei einer schriftlichen: Autoren sollten genannt werden.
    Auch bei Modellen, Theorien oder Klassifizierungen ist es sinnvoll zu wissen, wer das Ganze so erfunden hat (z.B. welche Evolutionstehoreie von Lamarck, welche von Darwin aufgestellt wurde).
  • Vermeide bestimmte Formulierungen.
    „Ich vermute…“, „Ich weiß nicht so richtig, aber…“. Bei solchen Formulierungen wirkt es, als hättest du keine Ahnung. Selbst wenn darauf die richtige Antwort folgt. Streiche also diese Formulierungen.
    Wenn du mal etwas Falsches sagst, ist das erstens nicht schlimm und zweitens wird es nicht weniger falsch, nur weil du vorher gesagt hast: „Ich bin mir nicht ganz sicher, aber…“.

4. Hab keine Angst nachzufragen!

Wenn du eine Frage nicht richtig versteht, frag einfach nochmal nach! Du kannst die Prüfenden auch darum bitten, die Frage umzuformulieren.

Das ist schließlich der Vorteil an einer mündlichen Prüfung. Es kann ein Gespräch zwischen dir und den PrüferInnen entstehen.

Solltest du die Frage auch nach Rückfrage und Umformulieren noch nicht verstanden haben, sei ehrlich und fasse deinen Denkprozess in Worte. Erläutere, welche Aspekte der Frage du nicht verstehst oder wo Unklarheiten bestehen.

Und immer im Hinterkopf behalten:

Prüfer*innen sind nicht deine Feinde, sondern wollen auch, dass du die Prüfung erfolgreich schaffst.

5. Nimm das Gespräch in die Hand!

Wenn du eine Frage erwischt hast, die nicht so richtig zu deinem Spezialgebiet gehört, versuche das Gespräch so zu leiten, dass du möglichst viel von deinem Wissen präsentieren kannst.

Setze den Fokus auf einen bestimmten Teilaspekt des Themas oder verweise auf ein ähnliches Thema.

Das geht zum Beispiel so:

  • „Bei dem Thema xy würde ich gerne einen Fokus auf Aspekt z legen.
  • Wenn Sie von Thema xy sprechen, ist auch Thema z zu beachten.

Jetzt weißt du alles, was du für deine mündliche Prüfung wissen solltest!

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