Loci Methode: Der beste Weg zum Fakten lernen

Mal wieder ein Berg aus Fakten, Formeln und Daten, den du auswendig lernen musst?

Kein Problem. Die Loci Methode (lat. locus-„Ort“), oder auch Routenmethode, kann aushelfen.

Grundsätzlich gilt:

Du kannst dir jegliche Form von Wissen besser einprägen, wenn du dazu ein Bild im Kopf hast und neues Wissen mit altem verbindest.

Genau diese beiden Aspekte nutzt die Loci Methode, um Wissen langfristig abzuspeichern.

Sie verknüpft neue, visualisierte Informationen mit Orten, die dir bereits bekannt sind. Ganz nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel.

Wie funktioniert die Loci Methode?

Die Loci-Methode erscheint auf den ersten Blick erstmal etwas kompliziert, hat man sie aber erstmal verstanden, lässt es sich hervorragend mit der Loci Methode lernen.

Grundsätzlich funktioniert die Loci Methode folgendermaßen:

  1. Überleg dir Assoziationen zu den einzelnen Informationen, die du dir merken möchtest.
  2. Wähle einen Ort oder eine Strecke, die du gut kennst.
  3. Lege an diesem Ort so viele Punkte fest, wie du Informationen hast.
  4. Verknüpfe die einzelnen Punkte zu einer Gedächtnisroute.
  5. Gehe dir Route gedanklich ab und verknüpfe jeden Punkt mit einer Assoziation.
  6. Wiederhole die Gedächtnisroute beliebig oft in deinem Kopf. Je öfter, desto besser.

Loci Methode – Beispiel für eine Gedächtnisroute

Wie kann ich denn nun mit der Loci Methode lernen? Hierfür ein kleines Beispiel.

Nehmen wir mal an, du musst die acht deutschen Bundeskanzler seit 1949 auswendig lernen. 

Dafür gehst du wie folgt vor:

Assoziationen aufschreiben

Was kommt dir als aller erstes in den Sinn, wenn du die einzelnen Namen hörst? Welche Bilder erscheinen direkt in deinem Kopf? 

Das ist mir als erstes in den Kopf gekommen: 

(Deine Assoziationen sind wahrscheinlich anders als meine. Nimm aber auf jeden Fall deine eigenen, sonst funktioniert das System nicht.)

Adenauer = Au

Erhard = Er hat

Kiesinger = Kies, Sänger

Brandt = Brand

Schmidt = Schnitt

Kohl = Kohl

Schröder = schnarchen

Merkel = Ferkel, merken; Ferkel, das sich gut Dinge merken kann

Einen Ort auswählen

Nimm irgendeinen Ort, den du gut kennst. Das kann deine Wohnung sein, dein Weg zur Uni oder auch der Supermarkt, in dem du regelmäßig einkaufen gehst. 

Ich habe mich für die Küche entschieden.

Routenpunkte festlegen

In dem von dir gewählten Raum wählst du jetzt einzelne Möbel oder Gegenstände als Routenpunkte aus. Beispielsweise den Kühlschrank, den Wasserkocher, das Waschbecken,… 

Wichtig ist, dass es fest installierte Gegenstände sind oder welche, die immer am gleichen Ort stehen. 

Wenn du ein Glas als Routenpunkte auswählst, wirst du das leicht vergessen, weil es nicht zum allgemeinen Aussehen der Küche dazugehört.

Gedächtnisroute
Photo by Fred Kleber on Unsplash

Assoziationen mit Orten verknüpfen

Jetzt verknüpfst du die Assoziationen mit den Routenpunkten. Entweder bekommt jede Verbindung einen eigenen Satz bzw. ein eigenes Bild, oder du denkst dir eine zusammenhängende Geschichte aus.

Achtung, an der Stelle wird es ein bisschen seltsam, aber das soll so. Wirklich.

Meine Geschichte zum Merken der acht Bundeskanzler:

Der Kühlschrank fängt auf einmal an, auf einer Au davonzutreiben. 

Das ist aber nicht so dramatisch, denn er hat auch ein Tiefkühlfach

Er möchte sich eine Tiefkühlpizza machen, aber vor der Mikrowelle steht ein Sänger, der mit Kies um sich wirft. 

Auf dem Herd entsteht ein Brandt. 

Er will nun die Pizza in den Ofen schieben, aber er schneidet sich an dem Griff. 

Als Alternative nimmt er sich einen Kohl, um diesen im Wasserkocher zuzubereiten.

Im Waschbecken sitzt ein laut schnarchender Mann.

Vor dem Ofen sitzt ein kleines Ferkel, das dich mit großen Augen anschaut.

Das klingt absolut bescheuert. Ich weiß. 

Also weiter zum nächsten Schritt.

Die Route abgehen und wiederholen

Wie bei allem, was du dir merken willst, ist auch hier die Wiederholung wichtig. Die Merksätze oder Geschichten erleichtern dir zwar das Merken, aber ganz ohne Wiederholung bleibt das Wissen nicht lange in deinem Kopf. 

Zum Glück ist das Wiederholen hierbei aber sehr viel einfacher als bei anderen Lernmethoden. Schließlich kannst du die Route immer und überall in deinem Kopf abgehen. 

Für eine Route brauchst du nur wenige Minuten und keinerlei Hilfsmittel.

Das macht eine gute Gedächtnisroute aus

Damit du dir deine ausgedachten Routen und Verbindungen auch wirklich merken kannst, sollte deine Route folgende Kriterien erfüllen.

  • Du kennst die Route gut. Wenn du dir die Route nicht in deinem Kopf vorstellen kannst, kennst du sie nicht gut genug. Geeignete Routen und Orte sind z.B.
  • deine Wohnung
  • dein Weg zur Uni
  • dein Körper.
  • Es befinden sich nicht mehr als 10 Punkte in einem Raum. Zehn Informationen pro Raum sind die maximale Kapazitätsgrenze. Wenn du mehr als 10 Dinge hast, die du dir merken willst, musst du einen zweiten Raum dazu nehmen.
  • Jeder Routenpunkt ist nur einmal belegt. Du kannst nicht mehrere Infos an einem Ort ablegen. Jede Info bekommt einen neuen Ort. Die einzige Ausnahme ist, wenn du das alte Wissen nicht mehr brauchst, dann kannst du die Route sozusagen überschreiben, indem du alle Punkte neu belegst.
  • Du folgst einer klaren Richtung. Es empfiehlt sich nicht, die Punkte kreuz und  quer in einem Raum zu verteilen. Die Route sollte am besten im Uhrzeigersinn oder im Falle der Körperroute von oben nach untern verlaufen. Das kannst du dir dann am besten merken und du vergisst keinen Punkt.
  • Gestalte die einzelnen Bilder möglichst vielfältig und facettenreich. Sprich so viele Sinne wie möglich an. Dadurch wird die Erinnerung emotionaler, lebhafter und lässt sich besser merken. Wonach riecht es? Was kannst du hören? Wie fühlen sich die Oberflächen an?
  • Mach die Dinge absurd. Je seltsamer und ausgefallener, desto besser wirst du dir die einzelnen Bilder merken können. Außerdem weiß ja niemand, was du dir in deinem Hirn zusammenspinnst, also warum nicht?

Loci Methode im Medizinstudium

Eine Gedächtnisroute hilft dabei, Inhalte besser zu lernen und zu merken. Tut also genau das, was du im Medizinstudium brauchst.

Gerade am Anfang fällt es schwer, sich eigene Gedächntnisrouten auszudenken. Kein Grund zur Verzweiflung!

Auf dem YouTube-Kanal von HappyHippocampus gibt es kostenlose Gedächtnisrouten zu verschiedenen Themen des Medizinstudiums. Und noch entspannter lernen als sich lediglcih ein Video anzuschauen, geht doch gar nicht?!

Hier zum Beispiel die Loci Technik für den Plexus brachiales. Es wirkt zwar zunächst etwas albern, aber es ist unglaublich effektiv.

Du kannst dir so einige Stunden an auswendiglernen ersparen, wenn du dir einfach einmal die zwanzig Minuten Zeit nimmst und diesem Video eine Chance gibst.

Vor- und Nachteile der Loci Methode

Der größte Vorteil bei dieser Methode ist definitiv, dass du dir durch die Visualisierungen auch abstrakte Informationen relativ einfach merken kannst. Und das auch noch in der richtigen Reihenfolge, was vor allem bei chronologischen Ereignissen sehr sinnvoll ist.

Zudem kannst du dir eine große Menge an Wissen merken. Schließlich kennst du wirklich viele Orte, die für eine Route in Frage kämen.

Und wenn du doch einmal alle Orte mit Routen belegt haben solltest, kannst du deine Fähigkeiten weiter ausbauen und dir einen Gedächtnispalast errichten.

Ein Nachteil ist wohl, dass diese Technik leider am Anfang den meisten sehr schwer fällt und es somit relativ lange dauert, bis du dir die Assoziationen und Geschichten drum herum ausgedacht hast.

Aber: Das lässt sich gut trainieren und mit der Zeit wird es immer schneller gehen. 

Richtige Profis brauchen zum Erstellen einer Gedächtnisroute nur wenige Sekunden.

Hast du die Loci-Methode schon einmal ausprobiert?
Kennst du jemanden, der sie gerne ausprobieren würde?
Dann teile diesen Artikel gerne! 🙂

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