6 super Tipps zum Lernen mit Karteikarten

Lernen mit Karteikarten

Du möchtest mit Karteikarten lernen? Hier erfährst du, wie das am besten funktioniert!

Lernen mit Karteikarten ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Das Lernen mit Karteikarten zählt zu den effektivsten Lernmethoden überhaupt.

Dabei ist es ganz egal, ob du mit einem Karteikasten oder einer Karteikarten-App lernst.

Bei der Umsetzung gibt es allerdings einige Aspekte zu beachten. So richtig effektiv ist das Lernen mit Karteikarten nämlich erst dann, wenn man es auch richtig macht.

In diesem Artikel erfährst du, welche Themen sich besonders für das Lernen mit Karteikarten eignen, wie das Karteikarten System funktioniert und was du beim Erstellen von Karteikarten beachten solltest.

Kann man mit Karteikarten gut lernen?

Die wichtigste Frage ganz am Anfang: Kann man mit Kartei gut lernen? Die Antwort lautet ganz klar: Ja!

Lernen mit Karteikarten zählt zu den effektivsten Lernmethoden überhaupt – zumindest wenn man’s richtig umsetzt.

Egal, ob du noch zur Schule gehst, oder im Studium mit Karteikarten lernen möchtest. Es ist immer eine gute Idee.

8 Vorteile von Karteikarten

1. Aktives Lernen

Dein Ziel sollte es immer sein, aktiv zu lernen. Also lösungsorientiert dein Gehirn zu fordern und dich nicht nur von Inhalten berieseln zu lassen.

Lernen mit Karteikarten ist der Inbegriff von aktivem Lernen. Dein Gehirn ist auf der Suche nach der Lösung auf der Rückseite.

2. Einfache Anwendung

Vorne eine Frage oder ein Begriff, hinten Antwort und Definition. Das kann jeder. Es gibt also keine Startschwierigkeiten wie bei anderen Lernmethoden, bei denen man eventuell erst das System/die Technik erlernen muss.

3. Fächerübergreifend

Karteikarten eignen sich für alles Mögliche und sind daher nicht an ein bestimmtes Fach oder einen bestimmten Studiengang gebunden.

Am besten eignet sich das Lernen mit Karteikarten für

  • Vokabeln
  • Formeln
  • Fakten
  • Definitionen von Fach- oder Fremdwörtern
  • Daten
  • Prüfungsfragen

4. Verschiedene Schwierigkeitsstufen

Egal ob Bachelor, Master oder Grundschule: Da du deine Karten selber gestaltest, kannst du auch den Schwierigkeitsgrad und die Komplexität bestimmen.

5. Variabilität

Karteikarte ist nicht gleich Karteikarte.

Bilder, Formeln, Definitionen, Diagramme: Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie du deine Karten gestalten kannst. Entscheide dich für die, mit der du am besten lernen kannst.

6. Lernen in zwei Richtungen

Wer sagt, dass man immer erst die Vorder- und dann die Rückseite anschauen soll?

Du kannst dich in beide Richtungen abfragen. Dadurch bist du gezwungen, auch um die Ecke bzw. in die andere Richtung zu denken.

Achtung:
Das Lernen in zwei Richtungen funktioniert nicht für alle Frageformate. Für Vokabeln ist es optimal.

7. Prüfungssimulation

Eine Frage und du suchst nach der Lösung. Genau wie in einer Klausur.

Nichts kann dich besser auf eine Prüfung vorbereiten als eine Prüfung selbst bzw. eine Situation, die dieser ähnelt.

8. Flexibilität

Anders als bei „normalen“ Prüfungssimulationen bist du nicht an einen Ort gebunden. Du kannst ganz bequem im Bus, oder in der Schlange vor der Kasse lernen.

Mit einer digitalen Karteikartenvariante auf deinem Handy ist dabei nochmal um einiges flexibler als analoge Papierkarten. Schließlich musst du kein zusätzliches Gewicht mit dir herumschleppen und dir im Voraus auch nicht überlegen, ob, welche und wie viel Karten du mitnehmen möchtest.

Wie lernt man effektiv mit Karteikarten? 6 Tipps fürs Erstellen

Wie effektiv du mit deinen Karteikarten lernen kannst, steht und fällt mit der Qualität deiner Karten. Wenn du erstmal ein wenig Erfahrung mit dem Lernen mit Karteikarten gemacht hast, wirst du genau wissen, wovon ich rede.

Um deine Karten maximal qualitativ zu gestalten, solltest du folgende Tipps beachten.

1. Kurze Sätze

Kürzen und paraphrasieren. Auf eine Karteikarte gehört nur das Wesentliche.

Wenn du Schwierigkeiten damit hast, verwende ganz kleine Karteikarten.
Dann bist du dazu gezwungen, dich kurzzufassen und Unwichtiges wegzulassen.

Außerdem sorgst du dadurch dafür, dass du nicht einfach nur Sätze, sondern den eigentlichen Sinn lernst. Eine Information bringt dir erst dann etwas, wenn du weißt, was sie bedeutet.

Erstelle lieber drei Karten mit ganz wenig Inhalt, als eine mit viel. Das wird dir auch dabei helfen, dich zu motivieren.

Wenn du für das Beantworten einer Karte drei Minuten brauchst, wirst du es eher vor dir her schieben, als wenn du die Antwort in wenigen Sekunden nennen kannst.

2. Schlüsselwörter

Viele Korrektor*innen achten bei Prüfungen auf bestimmte Schlüsselwörter.
Wenn diese in deinem Text vorkommen, bist du schon mal gut davor.

Schlüsselwörter gehören daher als allererstes auf deine Karten.

Was sind wichtige Schlüsselwörter? Schlüsselwörter erkennst du daran, dass sie in einer Vorlesung häufiger betont werden und eventuell auch auf Vorlesungsfolien dick gedruckt sind.

Bei Multiple-Choice-Klausuren lassen sich die Schlüsselbegriffe ganz einfach herausfinden, indem du dir alte Klausurfragen anschaust.

3. Karten beidseitig beschriften

Der Witz an Karteikarten ist, dass man sie umdrehen kann. Das solltest du auch ausnutzen. Dein Gehirn denkt angestrengter nach, wenn die Lösung auf der Rückseite steht, als wenn sie nur etwas weiter unten steht und du sie lediglich zudeckst.

4. Kontext beachten

Verliere nicht den Kontext deiner Karten aus den Augen.

Beispiel:
Wenn eine Medizinstudentin eine Karte erstellt, auf der „Welche Risikofaktoren gibt es?“ steht, wäre es ganz hilfreich zu wissen, von welcher Krankheit hier die Rede ist. Also lieber „Welche Risikofaktoren für das Erleiden eines Herzinfarkts gibt es?“

Alternativ oder zusätzlich dazu kannst du deine Karten auch nach Themen und Unterthemen sortieren.

Notiere dafür oben in der Ecke, zu welchem Themenbereich die Karte gehört, und/oder benutze für jedes Thema eine Karte in einer anderen Farbe.

5. Farben

Nicht nur bei der Karte selbst kannst du dich für Farben entscheiden, sondern auch bei dem, was du aufschreibst.

Benutze beispielsweise verschiedene Farben, um Schlüsselwörter hervorzuheben.

Durch die Farben werden mehr Bereiche des Gehirns angesprochen. Somit fällt es dir leichter, dir die Inhalte zu merken und mit deinem bisherigen Wissen zu verknüpfen.

6. Platz lassen

Eine Karte wird nicht nur unübersichtlicher, je mehr du draufschreibst, manchmal fällt dir auch im Nachhinein noch etwas Wichtiges ein.

Blöd, wenn dann kein Platz mehr zum Ergänzen ist.

Wie viele Karteikarten kann man am Tag lernen?

Auf die Frage, wie viele Karten man an einem Tag lernen kann, gibt es keine eindeutige Antwort. Das ist unter anderem abhängig von deiner Konstitution, deinen persönlichen Fähigkeiten, der Art deiner Karte und davon, was du am Tag noch so alles vorhast.

Aber glaub mir: Es sind mehr, als du zunächst einmal annehmen magst.

Schau, was für dich am besten passt.

  • Wie viel Zeit hast du täglich?
  • Sind das Zeiträume, in denen du dich konzentrieren kannst?
  • Wie viele Karten solltest du täglich schaffen, um mit deinem Lernstoff hinterherzukommen?

Tipp
Es ist wichtiger, deine Karten zu wiederholen, als dass ständig neue dazukommen. Wenn du also an einem Tag nicht genug Zeit hast für alte und neue Karten, wiederhole lieber die alten Karten.

Wie lernt man mit einem Karteikasten?

Klassischerweise funktioniert das Lernen mit Karteikarten, mit einem Karteikasten und er der 5-Fächer-Methode.

Um die einzelnen Wiederholungen der Karten sinnvoll zu strukturieren, nimmt man einen Karteikasten mit 5 Fächern zur Hand. Du kannst die Anzahl der Fächer je nach Belieben auch erhöhen oder verringern. Klassischerweise sind es 5.

Der Karteikasten sorgt dafür, dass du die Karten so sortierst, dass du die Karten, die du noch nicht so gut kannst, öfters wiederholst, als diejenigen, die dir bereits leicht fallen.

Deine neu erstellten Karten kommen in das erste Fach, ganz vorne. Beim Abfragen dieser Karten sortierst du die Karten nach: ‚Kann ich‘ und ‚Kann ich nicht‘.

Die Karten, die du richtig beantwortet hast, wandern ein Fach weiter nach hinten. Die falschen bleiben im ersten Fach.

Jetzt arbeitest du so lange, bis alle Karten alle Stufen durchlaufen haben und ganz hinten angelangt sind. Die richtigen wandern ein Fach weiter nach hinten, die falschen kommen wieder ganz nach vorne.

Die Karten im ersten Fach werden dabei täglich wiederholt, die im zweiten Fach jeden zweiten Tag, die im dritten jeden dritten usw.

Lernen mit Karteikarten Studium

Apps zum Lernen mit Karteikarten

Es gibt eine Vielzahl an Apps zum Lernen mit Karteikarten.

Einen Vergleich beliebter Karteikarten-Apps findest du bei StudySmarter: Kostenlose Karteikarten Apps – im Vergleich

Mein All-time-Favorit, wenn es um Karteikarten Apps geht, ist und bleibt Anki. Die Desktop-Version ist kostenlos, die mobile Version kostet 24,99 €.
Diese 24,99 € gehören bis heute zu den besten Investitionen, die ich je getätigt habe, denn ich benutze diese App täglich und habe ihr einen Großteil meines Studienerfolgs zu verdanken.

Das ist alles, was du zum Lernen mit Karteikarten wissen musst!

Lernst du bereits mit Karteikarten?
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