Gedächtnis Palast – So speicherst du Wissen in deiner inneren Bibliothek

Wäre es nicht traumhaft, ein fotografisches Gedächtnis zu haben? 

Mit einem Blick ist ein Text abgespeichert, und du kannst ihn jederzeit wieder in deinem Gedächtnis abrufen.

So ein Gedächtnis haben leider nur die wenigsten.

Wenn du dir einen Gedächtnispalast erstellst, kannst du mit nur ein bisschen mehr Arbeit ähnliche Ergebnisse erzielen.

Gedächtnispalast
Photo by Diogo Nunes on Unsplash

Was ist ein Gedächtnispalast?

Der Gedächtnispalast (oder auch Gedankenpalast oder memory palace gennant) ist eine Erweiterung der Loci-Methode.

Du kannst ihn dir wie eine innere Bibliothek vorstellen. Ein Ort, an dem dein ganzes Wissen abgelegt ist. 

In jedem Raum findest du Bilder und Gegenstände, die du mit einer Information verbindest.

Sobald du diese Bilder siehst, fällt dir die dazugehörige Information wieder ein.

Der Gedächtnispalast eignet sich zudem hervorragend, um deine Kreativität zu steigern und deine Merkfähigkeit zu trainieren.

Vorteile vom Gedächtnispalast

Während du bei der Loci Methode dein zu lernendes Wissen an reale Orte knüpfst, ist ein Gedächtnispalast rein fiktiv.

Dadurch kannst du die einzelnen Räume nach Belieben gestalten. So wie es dir persönlich am besten gefällt.

Der größte Vorteil ist jedoch, dass der Menge an Wissen, die du in deinem Palast abspeicherst, keine Grenzen gesetzt sind.

Wenn alle Räume belegt sind, kannst du einfach eine neue Tür erschaffen, die in ein weiteres Zimmer führt, oder einen weiteren Seitenflügel anbauen.

Für wen ist ein Gedächtnispalast geeignet?

Der Gedächtnispalast ist definitiv eine Lerntechnik, die viel Übung braucht.

Wie bei allem im Leben brauchen einige etwas mehr und andere etwas weniger Übung.

Außerdem brauchst du eine große Portion an Kreativität, um dir deinen eigenen Palast zu errichten.

Es empfiehlt sich, für den Anfang mit der Loci Methode zu beginnen. Diese bildet in gewisser Weise die Grundlage. Wenn du die gut beherrschst, kannst du dich an deinen Gedächtnispalast wagen.

Du musst schließlich auch erst das Alphabet lernen, bevor du ganze Texte schreiben kannst. 

Du fühlst dich der Herausforderung gewachsen? Sehr gut, dann können die Bauarbeiten wohl beginnen.

Wie funktioniert der Gedächtnispalast? – Umsetzung in 3 Schritten

Schritt 1: Der Eingangsbereich

Deine Gedanken brauchen einen festen Ort. Deine Räume, in denen du Gedanken aufbewahrst, sollen schließlich nicht wild umher schweben. Deshalb fangen wir vor dem Haus an. Was für ein Gebäude siehst du? Eine Holzhütte? Oder einen kleinen Pavillion? 

Wie sehen die Haupttür und der Eingangsbereich aus? Altmodisch, aus Holz, mit vielen Verzierungen oder eher modern und schlicht gehalten?

Wie kommst du dort in deinen ersten Raum? 

(Wenn du direkt zu Anfang einen Flur errichtest, kannst du von dort aus später viele verschiedene Räume abzweigen lassen.)

Schritt 2: Dein erster Raum

Als Nächstes begibst du dich in deinen allerersten Raum. Auch hier solltest du die Tür mitgestalten. Die Farbe oder ein Schild kann beispielsweise schon einen Hinweis auf den Inhalt des Zimmers geben. 

Wenn du in dem Raum dein Wissen über Pflanzen ablegen willst, ist die Tür möglicherweise mit Moos bewachsen.

Im Raum selbst stellst du dir folgende Fragen:

Wie sieht der Raum aus? Welche Farbe haben die Wände? Welche Gegenstände siehst du? Gibt es Fenster? 

Wie riecht es hier?

Kannst du irgendetwas hören?

Wie fühlt sich die Luft auf deiner Haut an? Ist es kalt oder warm? Hell oder dunkel?

Schritt 3: Verbindungen

Als letztes Verbindest du nun deine Informationen, Bilder und Assoziationen mit den einzelnen Gegenständen im Raum. 

Ta-da! Das Fundament für deine Bibliothek steht!

Vier wichtige Tipps, um all dein Wissen speichern zu können

1. Fang klein an

Starte mit einem Zimmer oder einer kleinen Hütte. Sobald du etwas geübter bist, kannst du das Ganze erweitern, Renovierungen vornehmen und weitere Zimmer, Flure und Flügel anbauen.

Es ergibt wenig Sinn, bereits mit einem riesigen Palast anzufangen, wenn du die einzelnen Räume gar nicht gefüllt bekommst.

2. Sei kreativ

Sprich so viele Sinne wie möglich an und lass deiner Kreativität freien Lauf. Je verrückter und emotionaler, desto besser. Binde Elemente mit ein, die dich persönlich ansprechen und berühren.

3. Lass deinen Palast nicht verkommen

Wie auch bei einem realen Gebäude musst du dich um den Palast kümmern. Wenn du die Räume zu lange nicht besuchst, verstauben und vermodern sie und dein Wissen geht verloren.

Besuche einen neuen Raum täglich.

Wenn ein Raum schon länger existiert, reicht es aus, wenn du ihn nur einmal in der Woche oder einmal im Monat aufsuchst.

4. Lerne von anderen

So ein Gedächtnispalast ist sehr komplex, kann aber Spaß machen.

Wenn dich das Thema interessiert und du gerne mehr erfahren möchtest, empfehle ich dir den Blog gedankenpalast.blog. Ein ganzer Blog, der sich ausschließlich um das Erstellen eines Gedächtnispalastes dreht.

Dort findest du zahlreiche Beispiele zu unterschiedliche Themen und kannst auch selber Themenvorschläge einreichen.

Hast du schon einen Gedankenpalast?
Teile diesen Artikel gerne mit jemanden, der sich definitiv einen Palast erbauen sollte.

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