Feynman-Methode – Wie du komplexe Inhalte verstehen kannst

Feynman-Methode

Ich sitze in einer Prüfung. Es geht um die Zellteilung. 

Bis jetzt dachte ich, dass ich gut vorbereitet bin. 

Bin ich nicht. 

Aber warum?

Ich kann die einzelnen Phasen aufzählen, ich kenne alle nötigen Fachbegriffe, ich weiß, wann wieviele Chromosomen sich wo aufhalten. 

Jetzt soll ich das Ganze erklären. 

Und genau das kriege ich nicht hin.

Diese Situation ist während einer Prüfung ziemlich ungünstig.

Laut der Feynman-Methode ist es beim Lernen allerdings genau das, was dir weiterhilft.

Inhalte verstehen mit der Feynman-Methode

In dem Beispiel habe mich zwar auf diese Prüfung vorbereitet, aber nur sehr oberflächlich. 

Mir fehlt ein tiefgründigeres Verständnis darüber, wie die einzelnen Inhalte zusammenhängen, wodurch die einzelnen Abläufe verursacht werden. 

Es müssen also zwei „Arten von Wissen“ unterschieden werden.

Oberflächliches Wissen

Das ist die Art von Wissen, wie ich es in dem Beispiel habe:

Dieses Wissen ist wie kleine Inseln. Du kennst zwar die Namen dieser Inseln, aber was diese Namen bedeuten, was du auf den einzelnen Inseln vorfindest oder wie du da hinkommst…keine Ahnung.

Richtiges Verständnis

Nur diese Art von Wissen bringt dir langfristig etwas.

Du weißt, wie du von einer Insel zur nächsten kommst, du weißt, wer auf den Inseln wohnt und warum die Inseln so heißen wie sie heißen.

Das hat den Vorteil, dass du anderen von deinen Reisen erzählen kannst und wenn du neue Inseln entdeckst, kannst du dein Wissen in der neuen Situation anwenden und dir vieles von alleine Erschließen.

Bei der Feynman-Methode geht es genau darum: Einen Sachverhalt im Zusammenhang, also im Ganzen zu verstehen.

Und wie macht man das?

Wie funktioniert die Feynman-Methode?

Der Erfolg bei der Feynman-Methode entsteht durch das Erklären.

Du erklärst das Thema jemandem, der keine Ahnung davon hat. 

Je nachdem, in welcher Phase des Lernens du dich gerade befindest, bist du diese Person vielleicht auch selbst 😉

Wichtig ist: Diese Person hat kein Vorwissen auf dem Gebiet und versteht daher gar nichts, wenn du mit Fachbegriffen um dich wirfst. 

Du musst es also einfach erklären.

Eine Erklärung wie für ein Kind.

Wenn du es nicht einfach erklären kannst, hast du es nicht gut genug verstanden

Albert Einstein

Die Feynman-Methode in 4 einfachen Schritten anwenden

1. Erklären

Du erklärst den Sachverhalt so, dass ein Kind es verstehen würde. Also ganz einfach.

Am besten mit Beispielen zur Veranschaulichung. Und vermeide Fachbegriffe, indem du sie umschreibst und erklärst.

2. Wissenslücken identifizieren

Du wirst feststellen, dass du irgendwann ins Stocken gerätst und nicht weiter weißt. 

Dann hast du alles richtig gemacht, denn genau das ist das Ziel

So weißt du nämlich, wo deine Wissenslücken liegen. 

Schreib dir ein Stichwort dazu auf einen Zettel und führe deine Erklärung fort.

3. Lücken aufarbeiten

Wenn du mit dem Erklären fertig bist, widmest du dich dem Zettel mit den Themenbereichen, bei denen du nicht weiter wusstest, und arbeitest diese nach.

4. Wiederholen

Du beginnst nun wieder bei Schritt eins und wiederholst alle Schritte, bis du eine flüssige Erklärung abliefern kannst. 

Durch die Abfolge dieser 4 Schritte vermeidest du, ein Thema nur oberflächlich zu lernen.

Feynman-Methode: Startschwierigkeiten?!

Was ist, wenn ich noch gar nichts weiß? Dann habe ich nichts zum Erklären

Das stimmt natürlich. Um etwas zu erklären, musst du etwas wissen.

Es reicht aber vollkommen aus, wenn du einen Text einmal gelesen oder eine Vorlesung zu dem Thema besucht hast.

Setze diese Methode lieber zu früh als zu spät ein.

Sie zeigt dir, wo genau deine Wissenslücken liegen. 

Du kannst dich also gezielt auf das fokussieren, was du noch nicht weißt. 

Das spart eine Menge Zeit!

Lernen vom Profi

Der Erfinder dieser Methode, Richard Feynman, beherrscht diese Methode unfassbar gut. Wirklich.

Als kleine Inspiration, wie die Umsetzung im Endeffekt aussehen soll, schaue dir unbedingt das untenstehende Video an.

Es ist wirklich sehr beeindruckend und zeigt, dass auch Erklären in gewisser Weise eine Kunst ist.

Richard Feynman erklärt: Feuer

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