Das Pareto-Prinzip einfach erklärt – Mehr schaffen in weniger Zeit

Zeitmanagement mit dem Pareto-Prinzip - Mehr schaffein in weniger Zeit

Beim Studieren, der Klausurvorbereitung – generell, wenn es darum geht viel zu schaffen und produktiv zu sein, ist die Zeit immer zu knapp. Als würde der Tag auf einmal kürzer werden, wenn man viel zu tun hat.

Und dann gibt es trotzdem Menschen, die immer alles schaffen… Ist deren Tag länger als 24 Stunden?!
Das nicht, aber sie wissen einfach besser, wie man die 24 Stunden eines Tages am effektiv nutzt.

Ich verrat’s dir: Es geht nicht darum, viel beschäftigt zu sein, sonder sich mit den richtigen Dingen zu beschäftigen – Das besagt zumindest das Preto-Prinzip.

Es hilft dir also dabei, weniger Zeit investieren zu müssen und trotzdem qualitativ gute Ergebnisse zu erreichen. Um dadurch mehr zu schaffen, oder um deine Learn-Life-Balance besser in den Griff zu bekommen.

Was ist das Pareto-Prinzip? – Definition der 80/20-Regel

Das Pareto-Prinzip sagt aus, dass oftmals 20% des Einsatzes für 80% der Ergebnisse verantwortlich sind.

Oder: 80 Prozent der Konsequenzen folgen aus 20 Prozent der Maßnahmen.

Daher ist das Pareto-Prinzip oder der Pareto-Effekt auch als 80/20-Regel bekannt.

Andersherum bedeutet das auch, dass du für die letzten 20% – um auf ein 100%-iges Ergebnis zu kommen – 80% des Einsatzes aufbringen musst.

Die Korellation zwischen Aufwand und Ergebnis ist also nicht linear, sondern hat einen Knick. Die ersten 80% deines Ergebnisses erreichst du sehr viel effizienter, als die verbleibenden 20%.

Pareto-Prinzip 80/20-Regel

Das Pareto-Prinzip wird vor allem im Projekt- und Zeitmanagement angewendet.

Es geht darum, effizienter zu Arbeiten, indem die wichtigen 20% der Arbeitsaspekte erkannt werden, um somit schnellen, Ressourcen sparenden Fortschritt zu erzielen und dabei relativ gute Ergebnisse zu erhalten.

Das verschafft einem Unternehmen einen klaren Wettbewerbsvorteil, ist aber auch in anderen Lebensbereichen und somit auch als StudentIn hilfreich, um mit den persönlichen Ressourcen besser umzugehen.

Persönliche Ressourcen sind beispielsweise Zeit, Energie, Konzentration und Motivation.

Pareto-Prinzip leicht erklärt – Beispiele

Begründer und Namensgeber des Pareto-Prinzips ist der Italiener Vilfredo Pareto. Er war Ingenieur, Soziologe und Ökonom.

Mit dem Pareto-Prinzip erklärte er ursprünglich das Gesetz der Vermögensverteilung in Italien.

Er stellte fest, dass 80 Prozent des gesamten Volksvermögen auf nur 20 Prozent der Bevölkerung verteilt waren.

Dieses Prinzip ist aber nicht nur auf Vermögensverteilungen zu beziehen, sondern auf so ziemlich alles:

  • In Paretos Garten wuchsen 80% der Erbsen auf nur 20% der Pflanzen.
  • In einem Unternehmen werden 80%t der Gewinne mit 20% der Produkte erzielt.
  • 80% der Internetnutzer besuchen 20% aller Webseiten.
  • 20% deiner Kleidung trägst du 80% der Zeit.
Das Pareto-Prinzip 80/20-Regel

Übrigens: Es geht auch noch extremer!
Der Unternehmer Timothy Ferris (Autor von „Die 4-Stunden-Woche“) stellte fest, das lediglich 5 Kunden für 95% seines Umsatzes verantwortlich waren. Er fokussierte sich von da an auf eine Hand voll Kunden, reduzierte seine Arbeitszeit drastisch und steigerte trotzdem die Umsätze.

Wozu dient das Pareto-Prinzip? – 80/20-Regel im Zeitmanagement

Das Pareto-Prinzip lehrt in erster Linie, sorgsam mit den eigenen Ressourcen umzugehen.

Zu diesen Ressourcen gehört auch: Zeit!

Jeder der schonmal in Hektik geraten ist, weil er zu einem Termin zu spät dran war oder eine Deadline kaum einhalten kann, weiß: Zeit ist begrenzt. Jeder Tag hat 24 Stunden. Nicht mehr, nicht weniger.

Es erscheint manchmal, als hätten einige mehr Zeit als andere. Das stimmt natürlich nicht, sondern liegt lediglich daran, dass die 24 Stunden unterschiedliche effizient genutzt werden.

Das Pareto-Prinzip dient dazu, dich auf die wesentlichen Aspekte zu fokussieren.

Schließlich geht es beim Studieren nicht darum, möglichst viel Zeit zu investieren, sondern darum bestimmte Aufgaben zu schaffen.

Anstatt sich in Perfektionismus und Details zu verrennen, hilft der Pareto-Effekt also dabei, Prioritäten zu setzen.

Der Fokus liegt auf den wichitgsten 20% der Aufgaben.
Unwichtiges wird vernachlässigt und die Produktivität dadurch drastisch gesteigert.

Wie wendet man das Pareto-Prinzip an?

Beispiel: Lernen und Klausurvorbereitung

Bei der Klausurvorbereitung ist die Zeit grundsätzlich zu wenig. Also eine optimale Situation, das Pareto-Prinzip zum Einsatz zu bringen.

  1. Verschaffe dir einen Überblick über alle relevanten Inhalte, die in der Klausur abgefragt werden könneten. Die Betonung liegt auf relevant!
    – Welche Themen wurden besonders intensiv behandelt?
    – Welche Themen wurden in den letzen Jahren häufig abgefragt?
  2. Lerne nicht alle Themen gleich stark, sondern investiere mehr Zeit in wichtige Themen. Im Zweifelsfall gilt auch mal Mut zur Lücke.
  3. Beginne mit den wichtigsten Bereichen, also mit denen die wahrscheinlich am meisten Punkte bringen. Wenn du am Ende immer noch Zeit haben solltest, kannst du dich den Details.

Beispiel: Learn-Life-Balance

Nehmen wir an, dein Ziel ist es, erfolgreich zu studieren, aber gleichzeitig nicht in Stress zu versinken, sondern immer noch Zeit für andere Dinge im Leben zu haben.

Als erstes beantwortest du folgende Fragen:

  • Welche 20 Prozent meiner Aufgaben verursachen 80 Prozent meines Stresses?
  • Mit welchen 20 Prozent der Lernstrategie, die ich anwende, eigne ich mir 80 Prozent meines Wissens an? 
  • Welche 20 Prozent meiner Freizeitaktivitäten sorgen für 80 Prozent meiner Glücksgefühle?

Anschließend streichst du deine unproduktiven 80 Prozent. Alles das, was dich davon abhält, deine Ziele zu erreichen. Das mag am Anfang etwas drastisch wirken und fühlt sich am Anfang vielleicht auch irgendwie falsch an, schließlich tust du auf einmal deutlich weniger.

Wenn du aber tatsächlich die richtigen 20% identifiziert hast, wirst du trotzdem alles Relevante schaffen.

Wenn du zum Beispiel bemerkst, dass die 20&, die du pro Woche mit deinem Nebenjob verbringst, 80% deines Stresses verursachen, dann solltest du ernsthaft überdenken, ob es das Geld wert ist, oder ob du nicht auch auf einem anderen Weg über die Runden kommen kannst.
Vielleicht mit einem anderen Job, einem Stipendium oder einem Studienkredit.

Wie funktioniert das Pareto-Prinzip?

Die 80/20-Regel funktioniert grundsätzlich wie ein Filter. Wenn du sie erfolgreich angewendet, erreicht du letztendlich Folgendes:

  • Du weißt, welche Aufgaben die relevantesten sind, um deine Ziele zu erreichen und welche weniger nützlich sind, aber viel Zeit fressen.
  • Du kannst dich mit deinem Arbeitseinsatz und deiner Energie auf deine Stärken konzentrieren, diese weiter ausbauen und somit einfacher deine Ziele erreichen.
  • Du hast deine Perfektionismus abgelegt und willst nicht mehr alles machen und schaffen, weil du dir klar gemacht hast, dass 80 Prozent in den meisten Fällen ausreichen.

ACHTUNG
Sei darauf vorbereitet, dass du mit deinen Analyse-Ergebnissen auch falsch liegen kannst.
Eventuell musst du nach ein paar Wochen nochmal umstrukturieren oder mit einer erneuten Analyse starten.

Was das Pareto-Prinzip nicht bedeutet

Es ist sehr leicht, das Pareto Prinzip falsch zu verstehn, deshalb gibt es zwei Dinge, die du unbedingt beachten solltest:

  1. Du wirst die 80 Prozent nicht vollständig ausradieren können.
    Im Leben gibt es einfach manchmal Dinge, die nicht zwangsläufig auf dein Ziel hinarbeiten, an denen du aber nicht vorbeikommst. Es ist aber auch vollkommen in Ordnung, nicht immer maximal produktiv zu sein.
  2. Kritiker bemängeln an der 80/20-Regel, dass sie dazu führt, dass Aufgaben nicht mehr vollständig abgeschlossen werden. Das stimmt auch irgendwo, aber die Kunst des Pareto-Prinzips ist es, dass das nicht auffällt.
    Schließlich eliminierst du die unnötigen Schritte, die keinen großen Effekt haben und verzichtest auf den zwanghaften Perfektionismus. In der Regel reicht das. Es muss nicht immer noch ne Kirsche auf’s Sahnehäubchen, denn es fällt gar nicht auf, dass da eigentlich noch eine rauf sollte und ein Eisbecher schmeckt auch ohne Zierkirsche.

Hast du schon Erfahrungen mit dem Pareto-Prinzip?
Teile diesen Beitrag gerne! 🙂

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