Aus Fehlern lernen mit dem Black-Box-Prinzip

Aus Fehlern lernen

Jeder macht Fehler. Nicht umsonst heißt es: Fehler sind menschlich.
Trotzdem liegt niemand gerne falsch. Am liebsten würdest du alles richtig machen, alles wissen, alles können.
Aus Fehlern zu lernen ist allerdings der einzige Weg, um diese in Zukunft zu vermeiden, und das geht nur, wenn du erst einmal welche begehst.

Das Black-Box-Prinzip

Das Black-Box-Prinzip beruht auf Matthew Syed und im Grunde geht es dabei genau darum, aus seinen eigenen Fehlern zu lernen.

Er stellt dafür den Vergleich mit der Black-Box her.

Seit Jahren kann man eine positive Entwicklung bei der Flugsicherheit beobachten. Das bedeutet, Flugzeugunfälle werden immer weniger. Die Quote von Flugzeugabstürzen lag bereits 2015 bei nur einem schweren Flugzeugunfall auf 3,1 Millionen Flüge. Das ist extrem wenig.

Der Grund für immer weniger Flugzeugunfälle liegt aber nicht darin, dass die Piloten und Lotsen in den letzten Jahren immer intelligenter, talentierter geworden sind, sondern die Luftfahrt hat erkannt, wie wichtig es ist, aus Fehlern zu lernen.

Wenn es zum schlimmsten Fall, einem Flugzeugabsturz, kommt, werden im Anschluss die Daten der Black-Box analysiert, um herauszufinden, was schiefgelaufen ist.

Worin lag der Fehler? Wie kam es dazu? Und am allerwichtigsten: Wie lässt es sich verhindern, dass so etwas noch einmal passiert?

Durch die Analyse der Black-Box werden Fehler nur einmal gemacht und die Flugsicherheit steigt ständig.

Black-Box-Denken in der Wissenschaft

Auch in der Wisschenschaft ist es üblich, aus Fehlern zu lernen. Wäre das nicht so, lebten wir immer noch in dem Glauben, die Erde sei eine Scheibe.

Ein Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin geht nicht davon aus, perfekt oder allwissend zu sein. Er stellt lediglich eine Theorie auf, die nach seinem Kenntnisstand richtig und logisch erscheint.

Stellt sich allerdings heraus, dass er falsch lag, überarbeitet er seine Theorie und stellt eine neue, verbesserte auf.

Warum verbessern wir uns so ungern?

Ganz einfach: Sich zu verbessern heißt, sich Fehler einzugestehen, und sich damit zu konfrontieren ist schwierig. Sehr schwierig sogar. Wahrscheinlich bist auch du ein Profi darin, diese Konfrontation zu vermeiden.

Um dir Fehler einzugestehen, brauchst du vor allem die richtige Denkweise oder das richtige „Mindset“.

Das wird aber in den meisten Fällen durch zwei Mechanismen umgangen.

  1. Den Fehlern bei anderen suchen
    Der andere hat mich provoziert, da konnte ich gar nicht anders, als wütend zu werden. Es lässt sich immer irgendwie jemand finden, der angeblich schuld an deiner jetzigen Situation ist.
  2. Den Fehler nicht als Fehler ansehen
    Mal wieder einen Termin verpeilt? Aber das ist doch nicht meine Schuld, es kam eben etwas dazwischen…

So kannst du nicht aus deinen Fehlern lernen und dich auch nicht verbessern, schließlich hast du ja nichts falsch gemacht, sondern bist lediglich Opfer der Menschen in deinem Umfeld und der äußeren Umstände.

Aus Fehlern lernen durch radikale Akzeptanz

Der einzige Weg, Fehler zu vermeiden, ist aber nun mal leider, dich damit zu konfrontieren und dir einzugestehen, nicht perfekt zu sein.

Denn du wirst nun mal niemals einen perfekten Lebensstil, eine perfekte Lernstrategie oder sonst irgendetwas Perfektes finden.

Denn der Welt ist es egal, wie du dich fühlst. Deinen Noten ist es egal, dass du dich durch sie schlecht fühlst. Dein Terminkalender interessiert sich null dafür, dass du dich durch ihn gestresst fühlst.

Es bleibt dir also gar nichts anderes übrig, als diese Umstände zu akzeptieren. Denn die Art, wie du mit ihnen umgehst, ist zu diesem Zeitpunkt das Einzige, was du beeinflussen kannst.

Der erste Schritt ist also Akzeptanz. Und zwar radikal. Ohne Ausnahmen. Vor allem dann, wenn die Realität alles andere als das ist, was du dir wünschst.

Kleiner Tipp:
Wenn du Hilfe dabei brauchst, deine eigenen Fehler zu identifizieren, bitte eine(n) FreundIn oder deine(n) PartnerIn, dich ehrlich auf deine Fehler hinzuweisen. 
So gehst du sicher, nicht in alte Gewohnheiten zu verfallen und anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben.

Aus Fehlern lernen mit der eigenen Black-Box

Wie bereits geklärt, ist eine Black-Box eine nützliche Sache, um Fehler nicht ein zweites Mal zu begehen.

Leg dir also auch eine Black-Box zu.

Klingt erstmal kompliziert, ist es aber nicht. Ziel ist es nämlich nicht, eine komplizierte technische Anlage zu programmieren, um dein Leben rekapitulieren zu können, sondern lediglich Buch zu führen.

Konkret bedeutet das also Folgendes: Jeder Mal, wenn du vor einer Entscheidung stehst, die dir schwerfällt, schreibst du dir genau auf, was dir dazu durch den Kopf geht.

  • Welche Bedenken hast du möglicherweise?
  • Was spricht für diese Entscheidung? Was dagegen?
  • Warum entscheidest du dich letztendlich so?

Sollte nun ein „Flugzeugabsturz“ stattfinden, sollte sich also herausstellen, dass deine Entscheidung falsch war, liest du dir durch, wie du zu dieser Entscheidung gekommen bist, und überlegst dir:

  • Wo lag mein Fehler?
  • Gab es vielleicht auch Aspekte, die ich übersehen habe, die mich anders hätten entscheiden lassen?
  • Was sollte ich jetzt tun, um den Fehler nicht zu wiederholen?

Versuche deine Black-Box nicht nur bei offensichtlich großen Entscheidungen anzuwenden, sondern auch bei solchen, die dir zunächst vielleicht banal erscheinen.

Wie sieht zum Beispiel deine Lernstrategie aus? Wie verteilst du deinen Lernaufwand übers Semester?
Ist die Klausurenphase mal wieder extrem stressig oder die Prüfung schlecht gelaufen?
Vielleicht hast du dich einfach für eine falsche Methode bei der Vorbereitung entschieden.

Behalte immer im Hinterkopf, dass es okay ist, Fehler zu machen. Wichtig ist nur, dass du sie nicht wiederholst.

Konnte ich dir mit diesem Beitrag weiterhelfen? Wenn ja, denn teile diesen Beitrag gerne mit jemandem 🙂

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