4 Lerntypen: Wie lernt dein Lerntyp am besten?

Lernen ist sehr vielfältig und es gibt nicht nur einen Weg zum Ziel. Allerdings gibt es Wege, die einem leichter fallen als andere.
Nur weil Paul zur Klausurvorbereitung fünf Bücher gelesen hat und sich damit bestens vorbereitet fühlt, bedeutet das nicht, dass das für dich auch funktioniert.
Um Lernstrategien zu finden, die für dich effektiv funktionieren, ist es hilfreich herauszufinden, welcher der 4 Lerntypen du bist.

Warum sind Lerntypen wichtig?

Ganz allgemein nehmen wir Informationen durch verschiedene Sinneswahrnehmungen (z.B. hören, sehen) auf.

Manche Sinneswahrnehmungen bleiben dabei nachhaltiger im Gedächtnis als andere.

Welche Sinneswahrnehmungen am langfristigsten in deinem Gedächtnis gespeichert bleiben, ist abhängig davon, zu welchem der 4 Lerntypen du gehörst.

Welche 4 Lerntypen gibt es?

Man spricht grundsätzlich von vier verschiedenen Lerntypen. Dem

  • visuellen
  • auditiven
  • motorischen und
  • kommunikativen Lerntyp.

Wichtig ist: Auch wenn es diese Einteilung in vier verschiedene Lerntypen gibt, passen die wenigsten exakt in eine der Kategorien.

Die meisten Menschen sind eine Mischung der einzelnen Lerntypen.

Wie lernen die 4 Lerntypen?

Um herauszufinden, welcher Lerntypen du bist, habe ich dir eine kurze Definition der einzelnen Lerntypen und passende Lernstrategien zusammengestellt.

Vielleicht erkennst du dich in einem wieder. 

Wenn nicht, dann habe ich ganz am Ende des Artikels noch einen Tipp für dich.

1. Der visuelle Lerntyp

Als visueller Lerner merkst du dir Sachverhalte am besten, wenn du diese visualisierst, also sichtbar machst.

Du weist ein gutes Leseverständnis auf und kannst dir Abbildungen, Diagramme etc. gut einprägen.

4 Lerntypen Visueller Lerntyp
Photo by Will H McMahan on Unsplash

Lernstrategien für den visuellen Lerntyp

Als visuelle Lerntyp bist du derjenige der 4 Lerntypen, der es am einfachsten hat, passende Lernmethoden zu finden. Denn visuelle Lerninhalte kommen in jedem Buch vor und lassen sich leicht selbst erstellen.

Mitschreiben

Schreibe bei Vorlesungen und Vorträgen mit.

Deine Aufzeichnungen gehst du dann anschließend einfach noch einmal ganz in Ruhe durch.

Abbildungen

Erstelle so viele Abbildungen wie möglich. Das können kleine Skizzen, Mindmaps, Diagramme oder Bilder sein.

Ganz egal. Hauptsache sichtbar.

In vielen Fällen musst du die Abbildungen auch gar nicht selber erstellen, sondern findest sie in Fachbüchern oder im Internet.

Karteikarten

Karteikarten helfen nicht nur beim Vokabeln lernen, sondern auch hinsichtlich Definitionen von Fachwörtern in Natur- oder Gesellschaftswissenschaften. (Auf die eine Seite kommt der Begriff, auf die andere die Definition).

Zusammenfassungen

Wenn du dir Wissen aus einem Buch oder generell einem Text angeeignet hast, schreibe den Inhalt noch einmal in eigenen Worten auf. Am besten handschriftlich und nicht am Computer.

Tapeziere deine Wohnung mit Post-its

Schreibe den Lernstoff auf Post-its und klebe diese dann an Orte in deiner Wohnung oder in deinem Zimmer, an denen du mehrmals täglich vorbeigehst, bspw. an deine Zimmertür oder den Kühlschrank.

Jedes Mal, wenn du nun an diesen Orten vorbeigehst, wiederholst du die Lerninhalte automatisch.

Aber auch hier gilt: Fasse dich kurz.

Die Informationen auf den Post-its müssen mit einem Blick zu erfassen sein.

Sobald du stehen bleiben musst, um dir den Zettel durchzulesen, verliert diese Methode ihren Effekt.

2. Der auditive Lerntyp

Wenn du zu den auditiven Lernern gehörst, kannst du dir Dinge am besten merken, wenn du sie hörst.

Ein Tafelbild, ein Diagramm oder eine Grafik verstehst du am besten, wenn sie dir zusätzlich jemand erklärt.

Während es anderen häufig schwerfällt, langen Vorträgen zuzuhören, kannst du dabei richtig viel lernen.

Auditiver Lerntyp
Photo by Brett Jordan on Unsplash

Lernstrategien für den auditiven Lerntyp

Lass dir Dinge erklären

Wenn du merkst, dass du beispielsweise einen Text oder eine Abbildung einfach nicht verstehst, frag doch einfach jemand anderen, ob er dir das Ganze einmal erklären kann.

(Wenn die Person ein kommunikativer Lerntyp ist, macht sie das vermutlich sogar sehr gerne, weil auch sie dadurch besser lernt.)

Höre Hörbücher

Höre dir ein Hörbuch zum Thema an.

Zu dem Thema gibt es kein Hörbuch? Oder du möchtest kein Geld für ein Hörbuch ausgeben?

Kein Problem.

Schnapp dir dein Handy oder ein anderes Gerät und nimm einfach selbst eins auf!

Das ist auch super hilfreich, wenn du kurz vor einer Prüfung das Thema nochmal wiederholen möchtest, du aber keine Zeit hast, dich nochmals durch alle Bücher zu arbeiten.

Einfach auf dem Weg zur Uni oder zum Supermarkt die Aufnahme anhören, und schon hast du gelernt, ohne zusätzliche Zeit aufbringen zu müssen.

Kreiere Eselsbrücken

Eselsbrücken helfen dir, wenn du dir Reihenfolgen oder Aufzählungen merken möchtest.

Die wohl bekannteste Eselsbrücke: „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel“, bei der die Anfangsbuchstaben der einzelnen Wörter für die Planeten in unserem Sonnensystem stehen: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun.

Mit ein bisschen Kreativität kannst du ganz einfach eigene Eselsbrücken erstellen.

Führe Selbstgespräche

Klingt etwas seltsam, aber für auditives Lernen kann es sehr hilfreich sein, sich den Lernstoff selber zu erklären.

Vielleicht findest du sogar jemanden, vor dem du einen Vortrag halten kannst.

Lass dir dabei auch Fragen stellen, oder denk dir selber mögliche Fragen aus.

Wenn du Glück hast, kommt genau diese Frage auch in der Klausur dran.

Wenn du eine Frage nicht beantworten kannst, schreib sie dir einfach auf und recherchiere später die Antwort.

3. Der motorische Lerntyp

Als motorischer Lerntyp gilt für dich das Motto „learning-by-doing“.

Es ist der am meisten spielerische der 4 Lerntypen. Am meisten lernst du, wenn du experimentieren und ausprobieren kannst.

4 Lerntypen motorischer Lerntyp
Photo by Sigmund on Unsplash

Lernstrategien für den motorischen Lerntyp

Modelle

Alles, was du anfassen kannst, prägt sich für dich besser ein.

Vielleicht gibt es Modelle in der Uni, die du dir ausleihen kannst. Ansonsten selber bauen.

Für naturwissenschaftliche Fächer kannst du auch nach Experimentierkästen oder ähnlichem suchen.

Spiele

Gibt es vielleicht Spiele zu deinem Lernstoff?

Ich gebe zu, es kann sehr schwer sein, zu deinem Lernstoff ein Spiel zu finden.

Spiele wie „Scrabble“ sind aber quasi „Allrounder“.

Nimm dir ein Thema, beispielsweise „Genetik“, als Überbegriff und lege nur Wörter, die dazu passen. 

Wenn dir das noch zu allgemein ist, kannst du auch spezifischere Themen, in dem Fall beispielsweise „Mitose“, als Überbegriff verwenden.

(Diese Lernstrategie macht natürlich noch mehr Spaß, wenn du dir einen Lernpartner als Mitspieler suchst.)

Eine weitere Möglichkeit ist ein Rollenspiel. (Auch dafür schließt du dich am besten mit anderen zusammen).

Jeder von euch verkörpert eine Rolle. Das müssen keine menschlichen Charaktere sein, bei Themen wie dem Zellstoffwechsel würde das wenig Sinn ergeben. 

Stattdessen könnte jeder von euch einen Zellbestandteil darstellen.

Bleib in Bewegung

Versuche, deinen Körper während des Lernens in Bewegung zu halten.

Das können ganz kleine Bewegungen sein.

Dreh zum Beispiel einen Stift in deiner Hand.

Du kannst aber auch spazieren oder joggen gehen und dabei ein Hörbuch hören.

Die frische Luft unterstützt den Lernprozess zusätzlich.

4. Der kommunikative Lerntyp

Wenn du sowohl ein guter Redner bist als auch gut zuhören kannst, bist du vielleicht ein kommunikativer Lerner.

Du diskutierst gerne mit anderen. 

Wenn du dir eine Meinung bildest, tust du das nicht, bevor du andere dazu befragt hast.

4 Lerntypen 
Kommunikativer Lerntyp
Photo by Brooke Cagle on Unsplash

Lernstrategien für den kommunikativen Lerntyp

Bilde eine Lerngruppe

Frage deine Kommilitonen, ob sie mit dir eine Lerngruppe bilden wollen.

Sobald du geeignete Leute gefunden hast, fangt an zu diskutieren.

Tauscht euch über den Lernstoff aus und hinterfragt euch gegenseitig.

So lernt ihr nicht nur, sondern findet auch potenzielle Prüfungsfragen.

Veranstalte eine Quizshow

Lade ein paar Freunde ein und veranstaltet eine Quizshow. Jeder denkt sich ein paar Fragen aus (und hat natürlich auch deren Lösung parat).

Nun ernennt ihr einen zum Moderator, der die Fragen stellt und die anderen müssen raten.

Hierbei lernen nicht nur die Ratenden, sondern auch der Moderator, da dieser die Fragen schließlich gleichzeitig auch wiederholt.

In Verbindung mit einem richtigen Preis oder im Rahmen eines Spieleabends könnt ihr so spielerisch und fast wie nebenbei für eure nächste (mündliche) Prüfung lernen.

Gib Nachhilfestunden

Anderen etwas beizubringen, ist die beste Methode, um selbst zu lernen.

Wenn dein Nachhilfeschüler ein paar Semester unter dir ist, wiederholst du dadurch nochmal die wichtigen Grundlagen.

Du kannst aber auch den Leuten helfen, die sich auf die gleiche Prüfung wie du vorbereiten.

Entweder ganz umsonst oder du lässt dich auf einen Tauschhandel ein.

Du erklärst dem anderen Thema A, wenn er dir dafür Thema B erklärt.

Natürlich kannst du das ganze auch als Nebenjob ansehen und etwas Geld dadurch verdienen.

Welcher der 4 Lerntypen bist du?

Du dachtest dir bei keinem Lerntyp: „Ah, stimmt, so ein Lerner bin ich!“?

Dann versuch doch mal Folgendes:

Plane für die nächste Woche einen Tag für jeden Lerntyp ein.

Probiere einfach mal verschiedene Methoden aus.

Am Ende der Woche kannst du dann schauen, an welchem Tag du dir am meisten gemerkt hast und welcher Tag dir am meisten Spaß gebracht hat.

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Teile ihn gerne mit jemanden, der die 4 Lerntypen noch nicht kennt.

Vielleicht findest du heraus, dass du und dein bester Freund der gleiche Lerntyp sind und ihr könnt Lernstrategien austauschen oder eine Lerngruppe gründen.

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